Einstellungstest Industriekauffrau – Was wird abverlangt?

Die Ausbildung zur Industriekauffrau ist eine sehr hochwertige, kaufmännische Ausbildung, die ihren Auszubildenden jede Menge abverlangt. Kein Wunder also, dass bereits der Einstellungstest sehr umfangreich ist und einer gewissen Vorbereitung bedarf. Der Fokus von Industriekaufleuten liegt auf kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Aufgaben, die Finanz- und Rechnungswesen, Vertrieb, Marketing, Materialwirtschaft und Personalwesen umfassen. Diese Themen stehen auch im Einstellungstest auf dem Plan.

Ein Blick in den Einstellungstest Industriekauffrau

Aufgabe 1: Erklären Sie die folgenden Fachbegriffe

  • Der Break Even Point ist der Zeitpunkt, an dem bei der Produktion eines bestimmten Produkts weder Erlöse noch Kosten höher liegen und somit zwar kein Gewinn, aber auch kein Verlust erwirtschaftet wird. Oft wird der Break Even Point auch grafisch dargestellt.
  • Jedes Unternehmen stützt sich auf sogenannte Kalkulationen, um Angebote abzugeben, die eigenen Kosten zu eruieren, abgeschlossene Aufträge auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu berechnen oder bestimmte Kostenfaktoren zu extrahieren.
  • Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Kaufverträgen und damit auch unterschiedliche Kaufformen. Der Gattungskauf ist beispielsweise der klassische Stückkauf. Der Kauf auf Probe zeigt sich daran, dass die Ware „wie gehabt“ gekauft wird. Der Spezifikationskauf hingegen bedeutet, dass eine bestimmte Menge an Waren abgegeben wurde. Kaufverträge lassen sich darüber hinaus auch nach Lieferzeiten unterscheiden. Dabei gibt es den Sofortkauf, den Terminkauf, den Fixkauf und den Kauf auf Abruf.
  • Unter dem ökonomischen Prinzip versteht man die Tatsache, dass eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Bedürfnissen einer nur begrenzt verfügbaren Anzahl von Gütern gegenübersteht. Das heißt auch, dass Privatpersonen und Unternehmen sorgsam mit den Ressourcen umgehen müssen und entsprechend wirtschaftliche Produktionsprozesse initiieren müssen. Die wichtigsten Parameter im ökonomischen Prinzip sind Input (Arbeitsmittel, Arbeitskräfte, finanzielle Mittel) und Output (Waren, Produkte, Dienstleistungen).
  • Die Fachabteilung Controlling kann an den unterschiedlichsten Stellen im Unternehmen tätig sein. So kann das Controlling als Teil der Finanzabteilung fungieren, als eigenständige Abteilung neben Produktion, Beschaffung und Verwaltung gleichberechtigt agieren oder als nebengegliederter Funktionsbereich der Geschäftsführung agieren.Inhalt Industriekauffrau

Aufgabe 2: Vervollständigen Sie die folgenden Sätze

  • Eine Folge der Inflation ist … (Antwort: die schwindende Kaufkraft).
  • Betrachtet man den wirtschaftlichen Konjunkturzyklus, erfolgt vor einem Aufschwung immer die … (Antwort: Depression).
  • Der … ist das deutsche Staatsoberhaupt. (Antwort: Bundespräsident)
  • Die IAEO befasst sich mit … (Antwort: der zivilen Nutzung der Kernenergie).
  • Der … besteht aus fünf ständigen und zehn nichtständigen Mitgliedern und gilt als das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen. (Antwort: Sicherheitsrat)
  • CDU und CSU sind … (Antwort: Unionsparteien).

Aufgabe 3: Beantworten Sie diese Fragen aus dem Bereich Kunst, Kultur und Geschichte

  • Wer ist der wohl bekannteste Schweizer Nationalheld, der oft mit Pfeil und Bogen abgebildet wird? (Antwort: Wilhelm Tell)
  • Was ist als eine Mischung aus Hollywood und Bombay bekannt? (Antwort: Bollywood)
  • Welche Monde werden als Galileische Monde bezeichnet? (Antwort: Europa, Io, Kallisto und Ganymed)
  • MEZ ist die Abkürzung für …? (Antwort: Mitteleuropäische Zeit)
  • Mit welcher Währung wird in der Schweiz gezahlt? (Antwort: mit Schweizer Franken)

Aufgabe 4: Lösen Sie die folgenden Mathematikaufgaben

  • Das Traumauto von Tim kostet regulär 23.925 Euro. Doch Tim kann gut verhandeln und erhält den Wagen für 21.054 Euro. Um wie viel Prozent hat Tim den Preis heruntergehandelt? (Antwort: um 12 Prozent)
  • Ein Auto muss via Ratenkauf finanziert werden. Deswegen verteuert sich die eigentliche Anschaffung um 1.920,45 Euro. Das bedeutet, dass der Komplettpreis um 10,5 Prozent steigt. Was hätte das Auto ohne Ratenzahlung gekostet? (Antwort: 18.290 Euro)
  • Marlies prüft ihre Lohnabrechnung. Sie zahlt monatlich 22 Prozent Lohnsteuer. Das macht 435,60 Euro aus. Wie hoch ist der Bruttolohn von Marlies? (Antwort: 1.980 Euro)
  • Mike freut sich, denn sein Meister hat ihm gerade gesagt, dass sein Stundenlohn von 11,20 Euro nach Ende der Probezeit um 2,5 Prozent erhöht wird. Wie viel Stundenlohn bekommt Mike nach Ende der Probezeit? (Antwort: 11,45 Euro)
  • Silke kommt freudig nach Hause und berichtet ihrem Mann von ihrem Super-Schnäppchen: Statt 1.342,50 Euro müssen sie nur noch 1.261,95 Euro im Möbelhaus bezahlen. Wie viel Prozent hat Silke aushandeln können? (Antwort: 6 Prozent)

Die Industriekauffrau – ein Berufsportrait

In Anbetracht der doch recht umfangreichen Fragen im Einstellungstest, ist die Frage nach mehr Details aus dem Berufsalltag der Industriekauffrau durchaus gerechtfertigt. Was Industriekaufleute tagtäglich zu meistern hat, soll diese Tabelle aufzeigen:

Warenwirtschaft Industriekaufleute kümmern sich um den Einkauf, die Lagerung und die termingerechte Produktion von Waren. Sie ermitteln dazu den Materialbedarf, holen Angebote ein, vergleichen diese, führen Verhandlungen, schreiben Bestellungen und überwachen vereinbarte Liefertermine. Die Annahme, Kontrolle, Reklamation sowie die Ein- und Auslagerung von Waren gehört ebenso zu ihrem Aufgabenbereich wie die Durchführung von Analysen.
Prozessmanagement Oft sind Industriekaufleute dafür zuständig, Produktionsprozesse zu planen, zu leiten und zu überwachen. Sie legen Fertigungsschritte fest, optimieren je nach Bedarf Arbeits- und Fertigungsprozesse und kümmern sich um wirtschaftlich sinnvolle und effiziente Kapazitätsausgleiche. Dazu sichern sie Material und Personal und legen fest, welche Prozesse wann ablaufen.
Vertrieb und Marketing Sind Industriekaufleute in Marketing und Vertrieb tätig, gehen sie regelmäßig auf Kundenakquise. Sie beraten und betreuen die Firmenkunden, prüfen und bearbeiten entsprechende Anfragen und kalkulieren die angefragten Preise. Darüber hinaus bearbeiten sie Angebote, kontrollieren Bestellungen und haben stets einen Blick auf Auftragsbearbeitung und -abwicklung. Versenden sie Ware, achten sie auch die nötigen Unterlagen. Darüber hinaus bearbeiten sie Schadensfälle und Reklamationen. Wer sich im Marketingbereich spezialisiert, führt Analysen durch und wertet Marktforschungen aus, um darauf aufbauend verkaufsfördernde Maßnahmen kreieren zu können.
Finanzbuchhaltung und Rechnungswesen Industriekaufleute, die in diesem Fachbereich tätig sind, gehen den ganzen Tag mit Eingangs- und Ausgangsrechnungen um, veranlassen Zahlungen, buchen Geschäftsvorgänge und überprüfen Rechnungen, Gutschriften sowie jegliche Formen von Geldverkehr im Betrieb. Regelmäßig erstellen sie den Finanzbedarf für den Betrieb, erstellen den Jahresabschluss und arbeiten daran, Unternehmensstrategien auch finanziell umzusetzen.
Personalwirtschaft Wer im Personalbereich tätig ist, hat regelmäßige Aufgaben zu bewerkstelligen, wie etwa die Erstellung von Lohn- und Honorarabrechnungen, das Führen von Statistiken zu Kranken- und Fehltagen sowie die Erstellung von Schichtplänen. Industriekaufleute in diesem Bereich erstellen aber auch Arbeitsverträge und wirken sowohl bei Recruiting- als auch bei Schulungsmaßnahmen mit. Auch kalkulatorisch sind sie tätig, wenn sie den Personaleinsatz für einen bestimmten Aufgabenbereich berechnen müssen.