Einstellungstest Arbeitsamt: Vermittler mit Menschenkenntnis sind gefragt.

Wer zum Arbeitsamt geht, hat in der Regel ein Problem: Er hat keine feste Anstellung, bezieht Gelder, die ihn auch in der Arbeitslosigkeit überleben lassen, und er sucht nach einer neuen beruflichen Perspektive. Diese Vorstellung geistert in den Köpfen vieler umher, wenn Sie an das Arbeitsamt denken. Doch die Bundesagentur für Arbeit, kurz: das Arbeitsamt, fungiert nicht nur für Arbeitssuchende als Dienstleister, sondern auch für die Unternehmerseite. Über die vielfältigen Aufgaben des Arbeitsamts sowie über den Einstellungstest Arbeitsamt für all diejenigen, die direkt bei der Arbeitsagentur arbeiten möchten, soll dieser Beitrag informieren.

Einstellungstest Arbeitsamt

Einstellungstest Arbeitsamt

Die Bundesagentur für Arbeit und ihr breites Aufgabenportfolio

Um zu verstehen, was hinter dem Arbeitgeber Arbeitsamt steckt, ist es wichtig, zunächst einmal zu verstehen, welches Aufgabengebiet das Arbeitsamt abdeckt. Als Einstieg sollte hierbei ein Blick auf diese Liste dienen:

  • Arbeitgeberberatung, Leistungen zum Erhalt von Arbeitsplätzen (und zur Erschaffung)
  • Bekämpfung des Leistungsmissbrauchs bei Geldbezügen
  • Berufsberatung
  • Berufsforschung, Arbeitsmarktbeobachtung, Arbeitsmarktberichterstattung, Arbeitsmarktstatistik,
  • Förderung der Weiterbildungsambitionen
  • Koordination von Geldleistungen (Arbeitslosengeld, Insolvenzgeld, Kindergeld)
  • Vermittlung von Arbeitsstellen (u.a. auch an Menschen mit Behinderung)
  • Vermittlung von Ausbildungsplätzen, Förderung der Berufsausbildung

Während die Arbeitsagentur in Unternehmen das Gesundheitsmanagement sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv forcieren will und auch zum Thema Chancengleichheit berät, lebt das Arbeitsamt diese Prämissen als Arbeitgeber selbst vor.

Bewerbung beim Arbeitsamt

Detailliert informiert das Arbeitsamt online darüber, wie die Bewerbung bei der Bundesagentur für Arbeit aussehen soll. Die folgenden Tabelle zeigt diese Anforderungen im Überblick:

Anschreiben Das Arbeitsamt als Arbeitgeber wünscht sich von den Bewerbern, dass diese Fragen beantwortet werden:

  • Auf welche Stelle bewerben Sie sich mit dieser Bewerbung?
  • Beziehen Sie sich auf eine ausgeschriebene Stelle oder handelt es sich bei Ihrer Bewerbung um eine Initiativbewerbung?
  • Welche Kompetenzen, Erfahrungen und Qualifizierungen bringen Sie mit – und warum sind Sie genau deswegen ein besonders geeigneter Mitarbeiter für uns?
  • Worin besteht Ihre Motivation, bei der Bundesagentur für Arbeit zu arbeiten?

Darüber hinaus müssen Name und Anschrift des Bewerbers genannt werden.

Lebenslauf Das Arbeitsamt wünscht sich einen tabellarischen Lebenslauf in zeitlicher Reihenfolge. Besonders wichtig bei der Darstellung der Meilensteine sind die Stationen, die zur Ausübung des aktuellen Jobangebots qualifizieren. Ein positives Add on sind darüber hinaus weitere Erfahrungen und Qualifikationen wie etwa Sprachkenntnisse und Hobbys.
Anlagen Die Anlagen der Bewerbung sind abhängig von der jeweiligen Stelle, für die sich ein Bewerber interessiert.

  • Möchten Sie eine Ausbildung als Fachangestellte/-r für Arbeitsmarktdienstleistungen absolvieren, werden die Kopien der letzten beiden Zeugnisse gefordert sowie weitere Zeugnisse, falls diese eine Ausbildung oder Beschäftigung dokumentieren.
  • Möchten Sie eine Ausbildung als Fachinformatiker/-in absolvieren, sind neben den Schulzeugnissen auch Zertifikate über spezielle Seminare und Kurse sinnvoll.
  • Wer sich für ein Studium interessiert (Arbeitsmarktmanagement oder Beschäftigungsorientierte Beratung und Fallmanagement), sollte die letzten drei Schulzeugnisse des Gymnasiums einreichen sowie themenrelevante Zertifikate.
  • Wer sich für das IT-Förderstudium interessiert, sollte diese Unterlagen der Bewerbungsmappe beilegen: Schulabschlusszeugnis, Zeugnis der Berufsausbildung, Zeugnisse von Praktika, Beschäftigungsverhältnissen, Fort- und Weiterbildungen.
  • Fürs Traineeprogramm der Bundesagentur für Arbeit kann sich bewerben, wer die Kopie des Studienabschlusses, Arbeitszeugnisse, Zeugnisse von Berufsausbildungen oder Praktika einreicht. Darüber hinaus wird hier ein ausgefüllter Bewerbungsbogen gefordert.
  • Für das IT-Traineeprogramm sind ähnliche Zertifikate und Zeugnisse nötig wie im regulären Traineeprogramm, jedoch müssen einschlägige IT-Kenntnisse zwingend nachgewiesen werden anhand von Abschlusszeugnissen oder Zertifikaten über Fortbildungen.

Grundsätzlich gilt: Ist der/die Bewerber/-in minderjährig, muss eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten beigelegt werden. Auch ein Nachweis der Gleichstellung oder Schwerbehinderung muss hier eingereicht werden. Wer bereits im öffentlichen Dienst tätig war, sollte eine formlose Einverständniserklärung unterschreiben, die es ermöglicht, Einsicht in die Personalakten zu nehmen.

Einstellungstest Arbeitsamt

Einstellungstest Arbeitsamt: So geht’s nach der Bewerbung weiter

Die Auswahl der Bewerber erfolgt in der Bundesagentur für Arbeit nach festgelegten Standards und Auswahlelementen, die je nach Stelle variiert werden können. Welche Verfahren dabei angewandt werden und was sich jeweils dahinter verbirgt, zeigt Ihnen diese Aufstellung:

  1. Sind die Bewerbungsunterlagen bei der Bundesagentur für Arbeit eingegangen, folgt die Prüfung der Deckungsgleichheit des Bewerberprofils mit den Kriterien der Stellenanzeige. Verglichen wird nach Indikatoren wie dem Ausbildungs- oder Studienabschluss oder der Berufserfahrung. Dabei fällt der Blick nicht ausschließlich auf die Noten, sondern auch auf die Motivation des/der Bewerbers/-in. Ggf. werden Nachfragen am Telefon gestellt oder es folgen erste Telefoninterviews.
  2. Je nachdem auf welche Ausbildung, welches Studium oder welchen Job Sie sich beworben haben, werden Sie ggf. zum psychologischen Einstellungstest Dieser wird von Psychologen mit Schwerpunkt Berufseignungsdiagnostik durchgeführt und folgt wissenschaftlich anerkannten Testverfahren. Ziel ist es herauszufinden, ob Sie emotional und psychisch dafür gewappnet sind, den jeweiligen Job bei der Bundesagentur für Arbeit auszuführen. Vor dem Test werden Sie ausführlich über Inhalt und Vorgehen informiert. Darüber hinaus müssen Sie explizit dazu einwilligen. Beim Gespräch mit dem Psychologen geht es dann um Ihre Kompetenzen und Ihre Motivation. Ausgelotet werden dabei Ihre Stärken und Schwächen, die Ihnen auch ganz persönlich weiterhelfen können auf Ihrem beruflichen Weg.
  3. Anschließend steht das Assessment-Verfahren auf dem Programm, das in Abhängigkeit vom Job und von der Anzahl der jeweiligen Bewerber ganz unterschiedlich aufgebaut sein kann. Beim Assessment-Center gibt es sowohl mündliche als auch schriftliche Aufgabentypen. Die Vorstellungsrunde, die Selbstpräsentation, Gruppendiskussionen, Vorträge, Rollenspiele und Interviews gehören dabei zu den mündlichen Aufgabentypen. Schriftlich erfolgen in den meisten Fällen die sogenannte Postkorbübung, Intelligenz-, Leistungs-, Konzentrations- und Persönlichkeitstest sowie Onlinetests. Ziel ist es, Ihre Persönlichkeit, Ihre Leistungsmotivation und Ihre Kompetenz aus verschiedenen Blickwinkeln und in verschiedenen Situationen zu beleuchten. K-L-P ist die Kurzform für diese Trilogie der Fragen, deren Beantwortung so wichtig ist. Tipp: Zeigen Sie sich kontaktfähig, konfliktfähig und sozial gewandt, denken und handeln Sie systematisch, seien Sie aktiv und achten Sie auf einen guten Ausdruck.
  4. Das persönliche Vorstellungsgespräch ist das Finale im Marathon um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle bei der Bundesagentur für Arbeit. Noch einmal geht es darum, Kompetenzen und Qualifikationen sowie auch Meinungen abzufragen, die in jedem Fall deckungsgleich mit den Bewerbungsunterlagen und dem bisherigen Einstellungstest sein müssen. Zudem haben nun auch Sie selbst die Möglichkeit, Ihre Fragen zu stellen. Diese sollten Sie auch unbedingt nutzen, denn sonst wirken Sie schnell desinteressiert. Tipp: Ein Spickzettel auf dem Sie mögliche Fragen notieren, ist in diesem Zusammenhang auf jeden Fall erlaubt.