Einstellungstest Diktat – Prüfen Sie Ihre Sprachkenntnisse!

Es scheint ein Revival der alten Schulzeiten zu sein – das Diktat, das manche so geliebt, andere wiederum abgrundtief gehasst haben. Das Diktat auf das Sie sich nun vorbereiten möchten, ist ein Diktat, bei dem es um mehr geht als eine gute Note in Deutsch – es geht nämlich um Ihren neuen Job. Denn der Einstellungstest Diktat ist nicht etwa ein verstaubtes Relikt von anno dazumal, sondern gelebte Wirklichkeit im Bewerbungsmarathon. Wie Sie sich am besten auf den Einstellungstest Diktat vorbereiten können und auf was die Prüfer im Detail achten werden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Vorbereitung auf den Einstellungstest Diktat

Auch wenn es unüblich ist, möchten wir heute zunächst ein Wort über die Vorbereitung verlieren und damit ist sogleich eine Enttäuschung verbunden. Sie werden keine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung haben, wenn Sie morgen bereits zum Einstellungstest Diktat antreten müssen. Dann wird Sie sogar jegliche Form des Last-Minute-Büffelns nur noch zusätzlich nervös machen, denn läuft die Übung nicht so gut, zeigen sich Ihre Schwächen, die Sie nicht kurzfristig ausmerzen können.

Deswegen lautet der Appell an all diejenigen, die sich längerfristig auf den Einstellungstest Diktat vorbereiten können: Lesen Sie viel, denn nur so gehen Sie regelmäßig mit Worten und Satzzeichen um, so dass Sie viele Dinge einfach wissen, ohne im Kopf nach den entsprechenden Rechtschreibregeln kramen zu müssen. Was Sie lesen ist (fast) egal.

  • Die regelmäßige Lektüre einer Tageszeitung wird Ihnen einen zusätzlichen Lerneffekt bescheren: Sie bereiten sich so fast schon unmerklich auch auf den Allgemeinwissenstest vor, denn dabei werden oft Fragen zum aktuellen Zeitgeschehen gestellt.
  • Lesen Sie branchenspezifische Fachzeitschriften, wird der Berufswissenstest ein Leichtes für Sie sein, denn Sie trainieren so nicht nur Rechtschreibung (von relevanten Fachbegriffen) und Zeichensetzung, sondern auch fachspezifische Inhalte.

Das heißt, der erste, beste und wichtigste Tipp lautet: Regelmäßiges Lesen verbessert das Sprachverständnis und trainiert dies. Warum Training wichtig ist, wird klar, wenn Sie an Ihren Englisch-Schulunterricht zurückdenken: Wenn Sie nicht regelmäßig mit der Sprache in Kontakt sind, werden Sie schnell Vokabeln und Grammatikregeln vergessen. Deswegen empfehlen auch Pädagogen schon in jungen Jahren auf regelmäßiges Lesen zu achten. Wenn Sie unsicher sind oder gerne in einem festen Regelwerk agieren, sei Ihnen zur Wiederholung der wichtigsten Rechtschreibregeln geraten, die wir im weiteren Verlauf des Artikels für Sie zusammengefasst haben.

Das Schreckgespenst „neue Rechtschreibung“ zieht noch immer seine Kreise

Obgleich es schon Jahre her ist, dass die neue Rechtschreibung eingeführt wurde, scheint es doch für viele (besonders ältere Menschen) schwierig zu sein, sich umzugewöhnen. Doch auch junge Erwachsene haben es mitunter schwierig, wenn die Eltern noch nach der alten deutschen Rechtschreibung schreiben, was schlicht verboten ist. Deswegen seien die Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung nun erläutert (Quelle: duden.de):

  1. Was wird aus „ph“? In Worten, die mit graph-, phon- oder phot- beginnen, kann das „ph“ durch ein „f“ ersetzt werden. Das heißt in der Praxis: Es heißt Geografie, statt Geographie, bleibt aber bei der Philosophie, statt zur Filosofie zu werden.
  2. Die Sache mit dem „ß“. Die Regel lautet hier: Nach einem Selbstlaut, einem kurzen Vokal, wird aus dem „ß“ ein Doppel-s. Wer sich unsicher ist, sollte das Wort laut aussprechen, denn dann ist unverkennbar, dass die Worte Straße und Gruß einen langen Vokal haben und deswegen das „ß“ folgt, während die Worte Schluss und bisschen einen kurzen Vokal vor dem einstigen „ß“ führen würden und deswegen zum „ss“ werden.
  3. Regeln für Anglizismen. Mit den immer häufiger auftretenden Anglizismen ist das so eine Sache, deswegen wurde im Zuge der neuen, deutschen Rechtschreibung auch hier Klarheit geschaffen. Enden englische Nomen auf „y“, darf in der Mehrzahl einfach ein „s“ angehängt werden. So werden aus Parties Partys.
  4. Drei gleiche Buchstaben treffen aufeinander. Nach der neuen Rechtschreibung ist dies nun erlaubt, wenn es sich um zusammengesetzte Worte handelt. Die Schifffahrt ist wohl das bekannteste Beispiel, dass bemüht wird, um zu sagen: Schiff + fahrt = Schifffahrt.
  5. Das „z“ gewinnt an Bedeutung … und zwar in Worten, die auf -tial oder -tiell enden. Die Regel besagt: Hier darf das „z“ gesetzt werden, wenn in verwandten Begriffen auch das „z“ gesetzt wird. Da es ist die Justiz gibt, darf der Justiziar nun so geschrieben werden.
  6. Die Trennung von Infinitiv und Verb. Eine harsche Trennung erfahren Infinitiv und Verb in der neuen deutschen Rechtschreibung, denn durften Menschen einst spazierengehen, müssen sie heute spazieren gehen. Die Ausnahme bilden hier Wortverbindungen mit lassen und bleiben, bei denen zusammengeschrieben oder getrennt werden darf.
  7. Die Trennung von Nomen und Verb. Ebenfalls streng getrennt werden nun Nomen und Verben. Das heißt, am Wochenende ist die Familie Rad fahren und nicht mehr Radfahren.
  8. Die Trennung des Verbs vom „sein“. Hier folgt der nächste Cut. Heute darf man nicht mehr zusammensein, denn es gilt: Zusammen sein ist nun korrekt.
  9. Getrennt oder zusammen? Vereint wurden neben all den erläuterten Trennungen Verbindungen mit Worten die mit „irgend-“ beginnen. Jetzt geht man mit irgendjemand spazieren, nicht mehr mit irgend jemand. Viele weitere zusammengesetzte Worte hingegen (zugrunde/zu Grunde, zumute/zu Mute, …) erlauben nun Getrennt- und Zusammenschreibung.
  10. Der Bindestreich kommt mehr zum Einsatz. Bei Worten wie D-Zug oder Dipl.-Ing. war der Bindestrich schon lange bekannt. Jetzt wird er auch bei Ziffern verwendet. Das bedeutet, dass der Jubilar sein 10-jähriges Jubiläum feiert, statt sein 10Jähriges. Auch bei Bandwurmworten dient der Bindestrich nun immer häufiger als Hilfsmittel und so wurde aus dem Fußballbundestrainer der Fußball-Bundestrainer. Auch Fremdwortkombinationen dürfen nun mit Bindestrich geschrieben werden: Midlife-Crisis statt Midlifecrisis.
  11. „Sie“ ist das einzige Anredepronomen, das die Größe behält. Das heißt übersetzt: „Sie“ als direkte Anrede wird nach wie vor großgeschrieben, du, deine, … darf nun kleingeschrieben werden. Wichtig ist, im Bewerbungsschreiben oder im Einstellungstest Diktat auf Einheitlichkeit zu achten und nicht wild durchzumischen.
  12. Personennamen auf „-isch“ können zum kleingeschriebenen Adjektiv werden. Ein typisches Beispiel für diese Regel ist: das ohmsche Gesetz. Diese Regel findet bei Adjektiven generell Anwendung. Auch wenn sie fest mit einem Nomen verbunden sind, werden sie kleingeschrieben (außer bei festgelegten Eigennamen). Alternativ ist es auch möglich, den Namen groß zu lassen und durch einen Apostroph vom „sche“ abzutrennen. Beispiel: das Ohm’sche Gesetz.
  13. Adverbien verlangen nach großen Tageszeiten. Deswegen trifft man sich nicht mehr heute abend, sondern heute Abend.
  14. Paare gewinnen an Größe. Das heißt, wer von Groß und Klein schreibt, macht einen Fehler, wenn er über groß und klein
  15. Trennungsregeln. Einst gab es noch das Sprichwort „st“ nie trennen zu dürfen. Heute darf sich das Pärchen trennen wie „sp“, „sk“ und „pf“. Die Verbindung von Konsonant und den Buchstaben „l“, „m“, „n“ und „r“ darf nach der neuen deutschen Rechtschreibung auch getrennt werden. „ck“, „ch“, „sch“ und „ph“ bleibt zusammen und rückt gemeinsam in die nächste Zeile.