Einstellungstest Bundespolizei und Ihre beruflichen Optionen

Natürlich ist es üblich, dass Kinder auf die Frage nach dem späteren Berufswunsch antworten, dass sie Polizist werden wollen. Wie sollen sie auch wissen, dass es eine Bundespolizei und eine Landespolizei gibt? Nur für diejenigen, bei denen sich der Berufswunsch bis in das Alter trägt, in dem es um die Wahl des Ausbildungsberufes geht, ist letztlich die genaue Unterscheidung wichtig, denn es gilt inhaltliche Aufgaben und auch die Art der Ausbildung voneinander trennen zu können – um zu wissen, wo sie sich bewerben wollen. Woher es kommt, dass es in Deutschland die Polizei zweimal gibt, welche beruflichen Optionen es gibt und wie der Einstellungstest Bundespolizei aussieht, soll dieser Beitrag klären.

Rückblick: Die Bundespolizei ist noch vergleichsweise neu

Wer einen Blick in die Geschichtsbücher wirft, fällt schnell über eine Art Schutzpolizei, die 1951 gegründet wurde, und zur Grenzabsicherung diente. „Bundesgrenzschutz“ wurde sie genannt. Doch da die Aufgaben an den namensgebenden Grenzen kontinuierlich geringer wurden, wurde der ehemalige „Bundesgrenzschutz“ mit neuen Aufgaben belegt und im Jahr 2005 in „Bundespolizei“ umbenannt.

Seither gilt diese Unterscheidung: Die Bundespolizei kümmert sich um die Sicherheitsthemen, die den Bund betreffen. Ihre Arbeit kann durchaus internationaler ausfallen, da sie auch im Ausland Botschaften sichern oder Aus- und Einreisekontrollen beispielsweise an Flughäfen und Bahnhöfen übernehmen. Die Landespolizei hingegen ist die „typische“ Polizei, die man aus dem Streifenwagen kennt. Die Ausbildung und Einteilung der Landespolizei ist Aufgabe des Bundeslandes, bei der Bundespolizei hingegen der Bund selbst. Die Kriminalpolizei ist ein Klassiker, die es nur bei der Landespolizei gibt. Die spezielle Grenzschutzgruppe GSG9 hingegen ist klar dem einstigen Grenzschutz zuzuordnen – und ist damit Sache der Bundespolizei.

Einstellungstest Bundespolizei

Einstellungstest Bundespolizei: berufliche Chance und Herausforderung

Wer sich um eine Stelle bei der Bundespolizei bemüht, kann sich (rein inhaltlich betrachtet) für den Polizeivollzugsdienst oder den Verwaltungsdienst bewerben. Diese zwei Gruppen machen den größten Teil der Beschäftigten der Bundespolizei aus. Genau in diesen Bereichen zeigt sich auch klar die für den öffentlichen Dienst übliche Einteilung in mittleren, gehobenen und höheren Dienst, der je nach schulischen Vorkenntnissen angestrebt und ausgeübt werden kann. Weitere Beschäftigte der Bundespolizei sind Tarifbeschäftigte, Referendare und Praktikanten.

Da die Bundespolizei jedoch hauptsächlich als Polizist „sichtbar“ wird, soll an dieser Stelle der Traumberuf „Polizeivollzugsbeamter/-in bei der Bundespolizei“ detaillierter beleuchtet werden. Wer sich bewirbt, muss diese Voraussetzungen mitbringen:

  • Bestandener Einstellungstest Bundespolizei
  • Eignung für den Polizeidienst: leistungsbereit, sozial kompetent, flexibel, mobil, körperlich und geistig fit, demokratische Grundhaltung, physische und psychische Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Entscheidungsvermögen, Zivilcourage, kommunikationsfähig
  • Führerscheinklasse B
  • Keine Vorstrafen, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
  • Körpergröße: 163/165 cm bis 195 cm
  • Polizeidiensttauglich nach Besuch beim Polizeiarzt
  • Staatsangehörigkeit Deutschlands oder eines anderen EU-Staats

Beim Einstellungstest Bundespolizei gilt es folgende Aufgaben während des zwei- bis dreitägigen Eignungsfeststellungsverfahrens zu absolvieren:

Ärztliche Untersuchung Wer als Bundespolizist arbeiten will, muss geistig und körperlich fit sein. Grund genug, die ärztliche Untersuchung zum Teil des Einstellungstest Bundespolizei zu machen, denn nur wer gesund und fit ist, kann auch im Sporttest und langfristig im Beruf bestehen. Bei der Untersuchung kommt es auf das Körpergewicht bzw. den BMI an, die Prüfung der vollen Funktions- und Bewegungsfreiheit bei jeglicher Form von Bewegung, ein intaktes Sehvermögen sowie auf ein leistungsfähiges Herz-Kreislaufsystem, das sich auf die Ausdauer des Bewerbers auswirkt. Einstellungsberater informieren über etwaige Ausschlussgründe.
Mündlicher Test Meist werden die mündlichen Tests im Rahmen eines Assessment-Tages durchgeführt, denn dieser bietet viele verschiedene Aufgabenmöglichkeiten wie etwa Gruppendiskussionen, Präsentationen oder Vorträge und ein Interview bzw. Vorstellungsgespräch. Bei jeder mündlichen Testvariante kommt es auf viel mehr an, als nur auf Ihre direkte Antwort. Es zählen Inhalt und Struktur Ihrer Antwort, der Vortrag und die Sprachgabe sowie das Verhalten bei Rückfragen. Souveränität und Selbstvertrauen ohne dabei überheblich oder arrogant zu wirken, sollen ausgestrahlt werden. Auch Kompromiss-, Konflikt- und Teambereitschaft sind wichtige Eigenschaften die hier präsentiert werden können.
Schriftlicher Test Der schriftliche Einstellungstest Bundespolizei erinnert an viele andere klassische Einstellungstest bei Unternehmen, denn dabei sind Konzentrationsvermögen, verbale Intelligenz, Allgemeinwissen, Deutsch- sowie Englischkenntnisse gefragt. Neben Multiple-Choice-Aufgaben sollten Sie sich darauf vorbereiten, unter Zeitdruck konzentriert Aufgaben ausführen zu müssen, wie etwa die Überprüfung von Personendaten anhand mehrerer Quellen. Auch logisches Denkvermögen erfordert ein Höchstmaß an Konzentration. Die Fragen nach dem Allgemeinwissen sowie nach den Deutsch- und Englischkenntnissen sind hingegen eher Wissensfragen. Tipp: Beantworten Sie stets die Fragen zuerst, in denen Sie sich sicher fühlen. Gehen Sie strukturiert vor, denn wenn einzelne Aufgaben deutlich als erledigt markiert werden, fällt das auch dem Prüfer positiv aus. Beim Deutschtest sollten Sie sowohl mit einem Diktat oder mit einem Aufsatz rechnen.
Sporttest Wer den ärztlichen Test bestanden hat, wird nun seine körperliche Fitness auch beim Sportleistungstest unter Beweis stellen müssen. Dabei müssen im Rahmen von diversen Übungen die Schnelligkeit, die Kraft, die Ausdauer sowie die Orientierungs- und Koordinationsfähigkeit geprüft werden.

Exkurs: Bewerbung bei der Landespolizei

Wie bereits eingangs erwähnt, steht die Landespolizei im Verantwortungsbereich der verschiedenen Bundesländer. Das heißt: Jedes Bundesland hat eigene Informationen für Interessenten des mittleren und des gehobenen Dienstes. Selbstverständlich sind die Ausbildungen ähnlich aufgebaut, doch hier gilt Ähnliches wie bei einem Lehramtsstudium: Wer sich in Bayern zum/zur Lehrer/-in ausbilden lässt, wird auch in Bayern unterrichten. Um gleich im Süden zu bleiben, sei hier nun die bayerische Polizei exemplarisch beleuchtet. Die beruflichen Möglichkeiten bei der Landespolizei stehen denen bei der Bundespolizei in punkto Vielseitigkeit in nichts nach. Wer die Ausbildung zum Polizeibeamten bei der bayerischen Landespolizei absolviert, kann in diesen Bereichen eingesetzt werden:

  • Bei der Schutzpolizei, die Sicherheits- und Ordnungsaufgaben übernimmt.
  • Bei der Bereitschaftspolizei, die in der Regel den Beginn der Polizeikarriere bildet, steht der Einsatz bei Großlagen, Demonstrationen, Sportevents oder der Objektschutz im Fokus.
  • Bei der Kriminalpolizei, die umfassendere Ermittlungen durchführt.
  • Das Landeskriminalamt ist indes Zentrale des Innendienstes. Dort werden Daten verarbeitet und übermittelt, aber auch neue Technologien erforscht und weiterentwickelt.
  • Die Wasserschutzpolizei ist ein kleiner Teilbereich, der für die Sicherheit und Ordnung an Seen und Wasserstraßen verantwortlich zeichnet.
  • Spezialeinheiten wie das SEK und das MEK kommen bei schweren kriminellen Gewaltverbrechen zum Einsatz.
  • Die Hubschrauberstaffel ist noch vergleichsweise jung. Seit der Gründung im Jahr 1970 hat sich der Aufgabenbereich rasant erweitert.
  • Die Hunde- und Reiterstaffel sind zwei Spezialeinheiten, die auf den ersten Blick exotisch wirken können. Die Stellen dort sind rar.