Einstellungstest Azubi: Der Nachwuchs berichtet

Bei den Auszubildenden stehen klassische Berufe im Fokus. Das ist auch im Jahr 2014 so gewesen. Laut einer Statistik der Welt liegt der Ausbildungsberuf Einzelhandelskaufmann/-frau auf Platz 1 mit 31.080 Auszubildenden. Auf Platz 2 steht die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Büromanagement mit 28.725 neuen Lehrlingen und auf Rang 3 rangiert die Ausbildung zum/zur Verkäufer/-in mit 24.702 neuen Auszubildenden im September 2014. Doch was bedeutet es heute eine Ausbildungsstelle in einem derart beliebten Ausbildungsberuf zu ergattern? Harte Arbeit und gute Nerven, so der Tenor der Jugendlichen, die es geschafft haben. Zwei berichten in diesem Beitrag vom Einstellungstest Azubi.

Mädchen zieht es ins Büro

Die eingangs erwähnten Zahlen umfassten sowohl Jungen als auch Mädchen. Nun soll es kurz ganz explizit um die Mädchen gehen, denn hier sieht das Ranking ein klein wenig anders aus:

  1. Kauffrau für Büromanagement
  2. Einzelhandelskauffrau
  3. Verkäuferin

Warum diese drei Berufe bei den Mädchen nach der Schule an erster Stelle stehen ist einfach zu erklären: Diese Berufe sind bekannt, beliebt und vielseitig. Das heißt: Auch wenn die Kauffrau für Büromanagement noch nicht lange so heißt, verbirgt sich dahinter doch die Ausbildung zur Bürokauffrau, wie sie viele Mütter auch schon absolviert haben. Natürlich fokussiert sich die Ausbildung auf den inhaltlichen Schwerpunkt des Ausbildungsbetriebs, doch im Grunde wird hier eine vielseitig einsetzbare Bürokraft ausgebildet – ähnlich übrigens wie bei der Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau oder zur Verkäuferin.

Einstellungstest AzubiEinstellungstest Azubi: Sarah erzählt von Ihrem Einstieg ins Büro

„Ich glaube mittlerweile, dass ich ein ganz klassisches Beispiel einer typischen Bürotante bin. Also erstmal ist meine Mutter selbst auch gelernte Bürokauffrau und zuhause Herrscherin des Papiers, soll heißen: Auch zuhause kümmert sie sich um den Bürokram und das habe ich mir irgendwie abgekuckt. Schnell war klar, dass ich auch im Büro arbeiten will, aber ich war 16 als ich mich beworben hatte und konnte ehrlich gesagt noch nicht entscheiden, welche Branche mir inhaltlich liegen würde. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich spezialisiert wie eine meiner Freundin. Sie hat sich als Kauffrau für Spedition und Logistik beworben, weil sie genau dorthin wollte.

Ich habe mich als Kauffrau für Büromanagement beworben, weil ich in irgendein Büro wollte. Das war sicherlich auch der Grund, warum ich dreimal zum Einstellungstest Azubi eingeladen wurde und zweimal anschließend eine Absage bekommen haben. Ich bin mir ganz sicher: Am schriftlichen Einstellungstest lag es nicht. Ich habe gelernt wie eine Wilde und konnte diese Einstellungstests (Allgemeinwissen, Erinnerungsvermögen, Mathematik, Sprachverständnis) wirklich im Schlaf. Doch um ehrlich zu sein scheiterte ich im mündlichen Teil gnadenlos. Warum? Weil ich natürlich genau das erzählt habe, was ich hier auch erzählt habe: Ich will in irgendein Büro.

Im Nachhinein weiß ich, dass die Betriebe absolut Recht hatten, mir eine Absage zu schicken, denn diese unspezifische Art war einfach total daneben. Nach dem dritten Einstellungstest wechselte ich meine Strategie. Nicht etwa bewusst, sondern eher unbewusst. Ich fand den Betrieb einfach klasse. Es handelt sich um meinen heutigen Ausbildungsbetrieb, einen Verlag gleich in meiner Nähe. Da ich eine absolute Leseratte bin, habe ich beim Recherchieren zum Betrieb gleich mal die eine oder andere Publikation gelesen und wusste: Da will ich mitwirken! Das erzählte ich dann auch genauso während der zwei Tage im Assessment Center – und zwar immer wenn es passte.

Nein, ich bin absolut nicht der Typ, der hier groß aufspricht, aber ich war gefesselt von dem Unternehmen und konnte gar nicht anders. Und infolgedessen konnten sie nicht anders als mich einzustellen. Mit Blick auf den Ausbildungsplan weiß ich nun: Ich habe es super getroffen, denn ich kann während der Ausbildung in allen Fachbereichen arbeiten und kann so im Ausbildungsbetrieb meine Chancen erhöhen, übernommen zu werden. Aktuell bin ich in der Grafikabteilung und darf schon Anzeigen selbstständig gestalten.“

Jungen lernen traditionell handwerkliche Berufe

Blickt man lediglich auf die männlichen Azubis aus dem Jahrgang 2014, fällt auf, dass das Ranking der beliebtesten Berufe ganz anders ausfällt:

  1. Kraftfahrzeugmechatroniker
  2. Industriemechaniker
  3. Elektroniker für Sanitär, Heizung und Klima

Obgleich sich hier inhaltlich ganz andere Ausbildungshighlights zeigen wie bei den Mädchen, so ist doch die Tendenz ähnlich: Der Ausbildungsberuf „Kraftfahrzeugmechatroniker“ war einst der Kfz-Mechaniker, den viele Väter ergriffen. Der heutige Ausbildungsberuf „Industriemechaniker“ zeigt viele Parallelen zum einstigen Schlosserberuf und der Elektroniker für Sanitär, Heizung und Klima ist ein sehr moderner Beruf, denn mit Blick auf Erneuerbaren Energien zeigt sich der hohe Stellenwert des Berufs.

Einstellungstest Azubi: Jakob lernt Kraftfahrzeugmechatroniker

„Für mich gab es nie einen Zweifel daran, dass ich Autoschrauber werden will. Wie der Beruf dazu hieß und dass ich dazu eigentlich einen Mittleren Schulabschluss brauche, wusste ich nicht. Da mein Vater Kfz-Mechaniker ist, half ich lieber abends oder an den Wochenenden bei ihm als mich um die Schule zu kümmern und so passierte das Schlimmste: Ich schrieb 42 Bewerbungen und bekam 42 Absagen. Das war für mich wirklich ein Schlag ins Gesicht, auch weil ich mir nie Gedanken gemacht habe, welche Alternative für mich denkbar wäre.

Gott sei Dank hatte ich sehr früh begonnen Bewerbungen zu schreiben und hatte nun noch mein ganzes letztes Schuljahr Zeit, um mir eine Alternative zu überlegen. Ich wählte einen recht ungewöhnlichen Weg und absolvierte ein Praktikum nach dem anderen – und zwar besonders in großen Unternehmen von denen ich wusste, dass Schritt 1 zur Ausbildungsstelle ein Einstellungstest war, bei dem die Schulnoten gar nicht an erster Stelle standen. So sicherte ich mir zweierlei: Ich machte mich bei den Betrieben bekannt und bewarb mich erneut auf eine Ausbildungsstelle und ich verhinderte, dass der erste Blick auf mein schlechtes Zeugnis fallen würde.

Prompt erhielt ich den ersehnten Link, bei dem ich via online Einstellungstest Azubi Qualifikationen beweisen sollte – und das klappte natürlich hervorragend, weil ich eben schon viele Erfahrungen machen durfte und weil ich mich akribisch genau vorbereitete. Ich absolvierte diese Test-Einstellungstests (Allgemeinwissen, Konzentrationsvermögen, Orientierungsvermögen, Logisches Denken, Mathematik, Visuelles Denkvermögen) und kam mit einer 90-Prozent-Quote aus dem Online-Test. Anschließend kämpfte ich mich durch den Praxistest und das Gespräch, bei dem ich natürlich gefragt wurde, warum ich keine Mittlere Reife habe. Was ich antwortete? Die Wahrheit! Ich schraube einfach lieber an Autos herum, würde mich aber für meinen Traumjob auch in der Berufsschule ordentlich ins Zeug legen. Ein Personalreferent entgegnete darauf prompt: ‚Das glaube ich dir aufs Wort.‘ Offensichtlich war ich überzeugend, denn ich bekam die Stelle und setzte mich gegen wahnsinnig große Konkurrenz durch, schließlich ist der Job einer der beliebtesten.“