Vorstellungsgespräch Tipp – Wie Sie vorgehen sollten

Vor einem Vorstellungsgespräch nervös und aufgeregt zu sein, ist das Normalste auf der Welt. Schließlich sitzen Sie bei einem wichtigen Termin für Ihre Zukunft absolut fremden Menschen gegenüber – und das auch noch auf unbekanntem Terrain. Und dann müssen Sie auch noch eine nicht ganz einfache Aufgabe meistern: Sie sollen überzeugen, sich souverän und selbstbewusst präsentieren und dabei auch noch authentisch bleiben. Ein harter Brocken, denken Sie? Vielleicht stimmt diese, etwas andere Sichtweise Sie etwas zuversichtlicher, denn eigentlich können Sie das Vorstellungsgespräch auch als Ehre und Bestätigung sehen. Genau Ihre Bewerbung hat nämlich in der Vielzahl der Bewerbungen überzeugt und das heißt auch: Sie haben das mit der souveränen Selbstpräsentation Ihrer Qualifikationen und Kenntnisse schon ganz gut raus. Und mit den folgenden Tipps zum Vorstellungsgespräch, bestehen Sie dann sicher auch im Gespräch auf fremden Terrain.

Tipps zum Vorstellungsgespräch1.) Tipps zum Vorstellungsgespräch: Die Ankunft. In aller Regel steht bereits in der schriftlichen Einladung genau beschrieben, wann Sie sich wo einzufinden haben. Folgen Sie diesen Anweisungen und seien Sie pünktlich! Rechnen Sie für die Anfahrt und die Parkplatzsuche lieber mehr Zeit ein, um auch wirklich zum angegebenen Zeitpunkt bei Ihrem potentiellen Wunsch-Arbeitgeber aufzutauchen. In der Regel melden Sie sich dann beim Empfang an. Nennen Sie Ihren Namen und mit wem Sie einen Gesprächstermin haben. Gibt es keine ausgewiesenen Empfangsbereich, klopfen Sie an der Tür Ihres Gesprächspartners und warten darauf, hereingelassen zu werden. Tipp: Anklopfen müssen Sie im Übrigen auch, wenn die Tür offensteht.

2.) Tipps zum Vorstellungsgespräch: Die Begrüßung. Die Begrüßung variiert je nachdem, wer Sie hinter der Tür erwartet. Handelt es sich um die Sekretärin, stellen Sie sich freundlich und mit Ihrem vollen Namen vor und sagen, dass Sie ein Vorstellungsgespräch bei Person XY haben. In der Regel wird Ihnen ein Warteplatz zugewiesen und vielleicht sogar ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee angeboten. Stehen Sie direkt vor Ihrem Gesprächspartner, stellen Sie sich ebenso vor, warten darauf, hereingebeten zu werden und geben ihm die Hand. Die Sache mit dem Handschlag ist mittlerweile etwas frickelig geworden, denn nicht jeder mag das Shaking-Hands. Macht Ihr Gegenüber keinerlei Anstalten, Ihnen die Hand zu schütteln, sollten Sie dies auch lassen. An dieser Stelle ist Feingefühl gefragt, denn Sie müssen akribisch genau auf die fast unsichtbaren Zeichen achten, die Ihr Gesprächspartner sendet.

3.) Tipps zum Vorstellungsgespräch: Der Small-Talk. Der erste Small-Talk beginnt bereits, indem Ihnen ein Platz angeboten wird und Sie gefragt werden, ob Sie etwas trinken mögen. Dürfen Sie trinken? Ja, Sie dürfen! Sie sollten in jedem Fall ein Glas Wasser bereitstellen lassen, denn das kann auch helfen, wenn Sie einen trockenen Hals bekommen oder sich verschlucken. Einen Kaffee dürfen Sie ebenfalls annehmen – nur bitte ohne Hinweis, dass dies schon die 10. Tasse heute ist und Sie ohne Kaffee ohnehin zu nichts zu gebrauchen sind. Das fällt in jedem Fall in die Rubrik „too much information“. Grundsätzlich gilt auch: Zu rauchen (selbst wenn dies ausdrücklich erlaubt wird) oder Alkohol zu trinken ist ein absolutes No-Go. Nun kann die Small-Talk-Runde mit unverfänglichen Fragen zur Anreise etc. beginnen. Achtung: So unverfänglich wie sie scheinen, sind auch diese Fragen nicht, denn Sie müssen sehr wohl darauf achten, was Sie wie antworten. Werden Sie nicht zu „familiar“ im Gespräch, sondern denken Sie daran: Der Small-Talk dient zwar der Auflockerung, doch auch die Antworten dabei notiert der Personalreferent.

4.) Tipps zum Vorstellungsgespräch: Das Frage-Antwort-Spiel. Mal ehrlich, wie viele Bewerbungsratgeber haben Sie nun gelesen? Sie wissen doch, was dran kommt. Meist beginnt das Vorstellungsgespräch mit Fragen zu Ihrer Person. Beantworten Sie diese (so wie alle anderen Fragen im Vorstellungsgespräch) offen und ehrlich, aber ohne extreme Abweichungen deutlich zu machen. Achten Sie auf eine Strukturierung Ihrer Antwort und antworten Sie in einer ansprechenden Lautstärke und möglichst in Hochdeutsch. Dialekt und Slang haben im Vorstellungsgespräch ebenso wenig etwas zu suchen wie Floskeln und Worthülsen („na ja“, „ähm“, „ich sag mal“, …). Lassen Sie Ihr Gegenüber aussprechen und achten Sie genau auf die Art der Fragestellung. Selbst bzw. vor allem kleine Worte können über die Richtung der Frage entscheiden, deswegen müssen Sie Ihre Ohren für jedes kleinste Detail sensibilisieren. Nach den Fragen zu Ihrer Person kommen in der Regel Fragen zum Werdegang bzw. zur persönlichen Qualifikation. Anschließend steht der Höhepunkt des Vorstellungsgesprächs an, das strukturell ein wenig einem Theaterstück ähnelt. Auf dem Höhepunkt entscheidet sich nämlich (allerspätestens) ob der Bewerber anschließend eine gute Bewertung oder eine Absage erhält. Inhaltlich betrachtet können an dieser Stelle die sogenannten Stressfragen gestellt werden, mit denen versucht werden soll, Sie zu provozieren und aus der Reserve zu locken. Auch kann die abgemilderte Variante eintreten – dann nämlich werden Sie nach Ihren beruflichen Plänen grundsätzlich und in diesem Betrieb gefragt.

5.) Tipps zum Vorstellungsgespräch: Authentisch bleiben!? Wie viel an einem Vorstellungsgespräch authentisch ist oder authentisch sein soll, darüber scheiden sich ja nicht nur sprichwörtlich die Geister. Während die einen Authentizität als das Wichtigste in einem Vorstellungsgespräch überhaupt ansehen, erlauben andere etwas zu flunkern. Der beste Tipp lautet: Alles mit Maß und Ziel! Wenn Sie von Grund auf ein ruhiger Mensch sind, dem es nicht liegt, große Vertriebsworte zu bemühen, um Ihr Gegenüber von Ihren Fähigkeiten und Leistungen zu überzeugen, dann sollten Sie auch im Vorstellungsgespräch nicht zum Marktschreier werden, denn damit fühlen Sie sich nicht wohl und meist wird Ihnen das „Gehabe“ auch nicht abgenommen. Ruhige Menschen können nämlich gerade auch damit punkten, dass Sie besonnen und zielorientiert agieren. Betonen Sie das ruhig und zeigen Sie, dass Sie ein verlässlicher Mitarbeiter sind, der nicht für Worthülsen sondern für Taten bekannt ist. Wer indes zur anderen Gruppe gehört und sich als vertriebsorientierter Marktschreier pudelwohl fühlt, muss darauf achten, nicht zu sehr zu übertreiben. Wer alles kann und weiß und davon überzeugt ist, alles zum Besseren wenden zu können, wird schnell als unsympathischer Schwätzer empfunden – und das wirkt sich nicht besonders positiv auf das Auswahlverfahren aus. Mit dieser Ausführung hat der Tipp „Mittelmaß“ zu sein hoffentlich an Plastizität gewonnen. Allerdings heißt „Mittelmaß“ nicht, dass Sie nicht einen USP herauskehren dürfen. Wenn dieser in einer bestimmten Leistung oder einer Erfahrung liegt, ist das jedoch viel eindrucksvoller, als wenn dieser USP nur Ihr Verhalten ist.