Einstellungstest Kommasetzung – Wie Sie es richtig machen

Die Universität Gelsenkirchen bringt (statistisch) auf den Punkt, was viele ahnen: Die Nation der Dichter und Denker hat ein gehöriges Problem mit ihrer eigenen Sprache. Doch wer nun an Rechtschreibfehler denkt, der irrt sich. Das Problem liegt nicht darin, ein schwieriges oder neues Wort zu schreiben, sondern das Problem liegt in der Kommasetzung. Das Gutachten der Universität sagt: Nur 19,5 Prozent der Erwachsenen beherrschen die wichtigsten Regeln zur Kommasetzung. Das Komma scheint dem „Spartrend“ zum Opfer gefallen zu sein, denn oft wird es einfach weggelassen. Was das bedeutet, wissen nur die Wenigsten, denn: Ein weggelassenes oder falsch gesetztes Komma erschwert nicht nur den Lese- und Verständnisfluss, sondern kann im schlimmsten Fall sogar den Sinn des Satzes verfälschen. Grund genug für die meisten Unternehmen, im Einstellungstest Kommasetzung akribisch genau auf das Sprachverständnis zu achten, denn: Hier geht es nicht darum, eine Begabung für etwas zu haben, sondern um die Anwendung von geltenden Kommaregeln.

Kommaregeln, Teil 1: Kommagebote

Damit Sie im Einstellungstest Kommasetzung bestehen können, haben wir für Sie hier einige Tipps zusammengestellt, die Sie im Grunde bei jeder schriftlichen Form der Kommunikation berücksichtigen sollten.

  • Ein Komma strukturiert Sätze und wird deswegen immer dann gesetzt, wenn gleichwertige Satzglieder aneinandergereiht werden.

Beispiel: Banane, Pfirsich, Äpfel und Trauben sind beliebte Obstsorten.

  • Ein Komma trennt Haupt- von Nebensatz. Ein Zeichen dafür sind Konjunktionen wie als (ob), (so) dass, falls, indem, nachdem, obwohl, während, da/weil, wenn, solange, sofern, inwieweit, damit. Auch Relativpronomen und W-Frageworte können ein Zeichen für einen Nebensatz sein: der, die, das, wer, wie, was, welcher, wo, woher, wohin.

Beispiel: Der Apfelbaum, der heuer keine Früchte trägt, wird vielleicht nächstes Jahr eine gute Ernte haben.

  • Es gibt einige Signalworte, die das Komma regelrecht einfordern. Dazu gehören: aber, (je)doch, sondern, nicht, bald, einerseits, andererseits, halb (nicht nur), sondern auch, ob, teils teils

Beispiel: Der Tisch ist alt, aber er wirkt gemütlich.

  • Folgt eine Infinitivgruppe, steht ein Komma. Eingeleitet wird die Infinitivkonstruktion oft von Worten wie um, ohne, (an)statt, außer, als.

Beispiel: Ich habe den neusprachlichen Zweig gewählt, um später eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolvieren zu können.

  • Ein Komma grenzt alle Teile ab, die nicht zum eigentlichen Satz gehören. Damit sind weitere Angaben oder Einschübe gemeint, die oft mit diesen Worten eingeleitet werden: zum Beispiel, das heißt, außer, also, besonders, insbesondere, und zwar, vor allem, nämlich.

Beispiel: Der Unfall ereignete sich gestern, am 12. Oktober gegen 17 Uhr.

Kommaregeln, Teil 2: Kommaverbote

Ein Komma zu vergessen, ist ebenso schlecht wie ein Falsches zu setzen. Doch dazu muss erstmal geklärt werden, wann Kommas nicht gesetzt werden dürfen. Deswegen sollen nun nach den Geboten die Verbote folgen:

  • Bei Vergleichsworten (als, wie) wird kein Komma setzt.

Beispiel: Der Sommer war so heiß wie selten ein August der letzten zehn Jahre.

  • Hauptsätze, die weder einen Nebensatz noch einen Einschub haben, brauchen kein Komma.

Beispiel: Der Aufsatz ist gut geschrieben.

  • Achtung: Infinitivgruppen (siehe Kommagebote, Nr. 4.) mit scheinen oder brauchen, ziehen kein Komma nach sich.

Beispiel: Es scheint kälter zu werden.

  • Diese Worte stehen anstelle eines Kommas: und, oder, sowie, beziehungsweise, weder… noch, wie, respektive, nicht … noch, entweder … oder, sowohl … als auch.

Beispiel: Weder Simon noch Petra wussten vom Unfall ihres Vaters.

  • Nach Grußformeln in Briefen folgt kein Komma.

Kommasetzung schon im Bewerbungsschreiben prüfen

Achten Sie darauf, sich nicht erst zum Einstellungstest Kommasetzung mit dem Thema auseinanderzusetzen, sondern bereits Ihre Bewerbungsunterlagen auf eine korrekte Kommasetzung hin überprüfen zu lassen, denn sonst kann es sein, dass Sie gar nicht erst zum Einstellungstest Kommasetzung zugelassen bzw. eingeladen werden.

Kommaregeln, Teil 3: Hier haben Sie die Wahl

Ein Komma kann eine Hilfe sein. Es hilft dabei, lange Sätze zu unterteilen, zu strukturieren und auch, um klarzustellen, was genau Sie ausdrücken wollen. Als „Helfer“ im Sprachverständnis gibt es auch einige Punkte, bei denen Sie ein Komma setzen können, aber nicht müssen. Diese Wahlmöglichkeiten werden nun in diesem Absatz erläutert:

  • Werden Hauptsätze mit oder/und aneinandergereiht, dürfen Sie ein Komma setzen. Eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.

Beispiel: Ich war mit dem Staubsauger beschäftigt (,) und Sabine putzte die Fenster.

  • Möchten Sie Zusätze, die eigentlich kein Komma erfordern würden, zusätzlich hervorheben, dann dürfen Sie ein Komma setzen.

Beispiel: Petra mag Kuchen und süße Leckereien (,) wie z.B. Muffins und Törtchen.

  • Ein Komma kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Setzen Sie es, um Bezüge klarzustellen.

Beispiel: Sie empfahl Elke (,) sofort (,) zum Arzt zu gehen.

  • Besteht die verwendete Konjunktion aus mehreren Teilen, können Sie ein Komma setzen.

Beispiel: Wir haben für morgen ein Picknick geplant, vorausgesetzt (,) dass das Wetter hält.

  • Referenziert der Inhalt eines Nebensatzes auf eine andere Stelle, kann ein Komma gesetzt werden.

Beispiel: Die statistischen Daten sind (,) wie oben aufgeführt (,) Grundlage des wissenschaftlichen Aufsatzes.

Tipp zum Nachlesen

Diese wichtigsten Ge- und Verbote können in ausführlicher Form unter duden.de noch einmal nachgelesen werden.

Übung macht den Meister

Dieser Satz klingt so abgedroschen und ist doch so wahr. Wenn Sie sich erst einmal die Kommaregeln zu Gemüte geführt haben, reicht das nämlich noch lange nicht aus, um auch im Einstellungstest Kommasetzung gut abzuschneiden. Werden darin einzelne Sätze niedergeschrieben, können Sie sicherlich darin nach Signalworten fahnden und im Kopf die Kommage- und -verbote rezitieren, doch das raubt Ihnen letztlich kostbare Zeit, die Sie in keinem Einstellungstest haben. Deswegen gilt: Üben Sie die Kommaregeln in der Praxis. Ein Diktat ist hierfür die beste Übungsmethode, denn dabei wird sowohl die Zeichensetzung als auch die Rechtschreibung trainiert.

Wer diktiert? Bitten Sie einen Freund, Ihre Eltern, Bekannte oder andere, die Sie darin unterstützen wollen, im Einstellungstest Kommasetzung gut abzuschneiden. Als Text können Sie sowohl fachspezifische Texte der Branche nehmen, in der Sie sich bewerben (dann ist der Lerneffekt in punkto Rechtschreibung größer) oder Sie nutzen Zeitungsartikel aus Fachzeitschriften. Auch online gibt es immer häufiger Angebote, bei denen via MP3 ein Eigenstudium möglich ist, denn Sie müssen sich dazu nur das gesprochene Wort anhören und entsprechend mitnotieren.