Einstellungstest Bundeswehr – Was steckt genau dahinter?

Was die Bundeswehr, die wohl jeder dem Namen nach, aber nur wenige im Detail kennen, zu bewerkstelligen hat, ist in den sogenannten verteidigungspolitischen Richtlinien festgelegt. Wie diese Regelung schon vermuten lässt, geht es um die Verteidigung und zwar im weitesten Sinne. Die Bundeswehr schützt die Bürger und Bürgerinnen des Landes sowie die Verbündeten des Landes. So bleibt Deutschland außenpolitisch handlungsfähig, agiert multinational und ist in Europa integriert. Ehrenvolle Aufgaben, doch was steckt genau dahinter und wie können Sie sich über etwaige Berufsoptionen und den Einstellungstest Bundeswehr informieren? Dieser Artikel hält die Antworten für Sie bereit!

Was steckt hinter der Bundeswehr?

Die Bundeswehr ist ein Organ Deutschlands, das im Jahr 1955 gegründet wurde. Die Aufgaben waren und sind von Vielseitigkeit geprägt. Ein Blick auf das Leistungsportfolio zeigt warum:

  • Ausführung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU als militärisches Organ,
  • Evakuierung, Rettung, Geiselbefreiung,
  • Heimatschutz, Hilfe bei Naturkatastrophen, Unglücksfällen, Infrastrukturschutz,
  • Humanitäre Hilfe,
  • Konfliktverhütung, Krisenbewältigung, Kampf gegen Terrorismus,
  • Landesverteidigung (nach der Nordatlantischen Allianz),
  • Multinationale Integration, globale Sicherheitszusammenarbeit.

Zur Gründung der Bundeswehr herrschte Wehrpflicht und die Aufhebung dieser ist noch nicht allzu lange her (April 2011). Der Grund dafür, dass der Dienst bei der Bundeswehr heute nicht mehr verpflichtend ist, ist die Sicherheitslage, die sich insofern verbessert hat, dass Einberufungen heute nicht mehr Pflicht sind. Grundsätzlich jedoch könnte die Wehrpflicht schnell wieder aktiviert werden, denn sie ist im Grundgesetz (Artikel 12) festgeschrieben. Heute ist an die Stelle des sechsmonatigen Grundwehrdienstes der Freiwilligendienst gerückt, der einstige Grundwehrdienst ist die Probezeit des maximal 23 Monate dauernden Freiwilligendienstes.

Einstellungstest BundeswehrDie Bundeswehr als Arbeitgeber

Die Bundeswehr agiert heute nicht mehr als Pflichteinrichtung, sondern verändert sich mehr und mehr zu einem Arbeitgeber, der Optionen offeriert – und zwar für junge Menschen mit Hauptschulabschluss, mit Realschulabschluss, mit Berufsausbildung, mit Abitur und mit Studium. Welche Möglichkeiten das sind, soll die folgende Übersicht zeigen:

Möglichkeiten mit Hauptschulabschluss

Laufbahn der MannschaftenGrundvoraussetzung für die Laufbahn der Mannschaften ist die deutsche Staatsbürgerschaft, eine Mindestgröße von 155 cm, ein Mindestalter von 17 Jahren (und die Einverständnis der Erziehungsberechtigten), die erfüllte Schulpflicht und je nach Einsatzgebiet weitere gesundheitliche und körperliche Voraussetzungen.
Laufbahn der Fachunteroffiziere des allgemeinen FachdienstesHier werden Spezialisten ohne Führungsauftrag tätig. Der Fokus liegt auf Praxiskenntnissen, die im Rahmen einer Ausbildung bei der Bundeswehr erworben werden können (oder alternativ bereits erworben wurden). Fachunteroffiziere sind vergleichbar mit Gesellen oder Facharbeitern. Je nach Bildungsstand bei Einstellung sind Einstellungsdienstgrade wie der Unterste Mannschaftsdienstgrad, der Unteroffizier, der Maat, der Stabsunteroffizier oder der Obermaat möglich.
Laufbahn der Fachunteroffiziere des Sanitätsdienstes der BundeswehrAuch im Sanitätsdienst gilt: Sie können die berufliche Qualifikation bei der Bundeswehr erwerben oder diese bereits mitbringen. Grundvoraussetzung ist eine Verpflichtung von acht bis 12 Jahre, die deutsche Staatsbürgerschaft und ein demokratisches Gedankengut. Das Mindestalter ist 17, der späteste Eintritt ist mit 29 Jahren möglich. Karriereberater der Bundeswehr informieren zu den speziellen Eignungsvoraussetzungen.
Unteroffizier der Reserve mit vorläufigen DienstgradHier können Menschen mit einer Berufsausbildung oder einer anderen benötigten Qualifikation als Reservedienstleistende/-r engagiert werden, wenn die Qualifikation aktuell benötigt wird.

Möglichkeiten mit Realschulabschluss

Laufbahn der Feldwebel im TruppendienstWer diese Laufbahn einschlägt, muss in punkto Qualifikation und Persönlichkeit dafür geschaffen sein, Soldaten und Soldatinnen auszubilden – und zwar in den Bereichen Heer, Luftwaffe, Marine oder Streitkräftebasis. Wer einen Realschulabschluss (alternativ einen Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung) vorweisen kann, mindestens 17 Jahre und höchstens 29 Jahre ist und sich für 12 Jahre verpflichtet, kann diese Laufbahn einschlagen.
Laufbahn der Feldwebel im Allgemeinen FachdienstBetriebliche, verwaltende und technische Aufgaben mit Führungsverantwortung stehen beim Feldwebel im Allgemeinen Fachdienst an. Vergleichbar ist die Tätigkeit mit der eines Meisters. Mit einem Mindestalter von 17 Jahren, einem Realschulabschluss (alternativ einen Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung) und einer Verpflichtung von 13 Jahren ist dieser Werdegang möglich.
Laufbahn der Feldwebel des Sanitätsdienstes der BundeswehrWer sich als Feldwebel des Sanitätsdienstes bewerben möchte, braucht mindestens einen Realschulabschluss.
Laufbahn der Feldwebel im GeoinformationsdienstWettervorhersagen, Kartenwerke, Satellitenbilder und ähnliche Fachbereiche werden im Geoinformationsdienst inhaltlich abgedeckt. Die Aus- und Weiterbildung erfolgt sowohl im fachlichen als auch im militärischen Bereich.
Feldwebel der ReserveWer bereits den Gefreitendienstgrad erreicht hat (also bei den Streitkräften gedient hat), kann sich auf diesen Posten bewerben.

Möglichkeiten mit Abitur und Studium: der Offiziersdienst

Wer als Offizier arbeitet übernimmt fachspezifische Aufgaben und kümmert sich um die Ausbildung und Führung von Soldaten und Soldatinnen. Diese Anstellungsform ist vergleichbar mit dem mittleren und höheren Management in der freien Wirtschaft. Vermittelt werden Pädagogikkenntnisse, Fachwissen und Durchsetzungsvermögen. Dafür sind besonders körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nötig. Je nach Einsatzbereich ist eine Dienstverpflichtung von bis zu 17 Jahren nötig.

Grundvoraussetzungen für die Bewerbung bei der Bundeswehr ist …

  • ist ein Mindestalter von 17 Jahren (und die Zustimmung der Erziehungsberechtigten),
  • ist die deutsche Staatsangehörigkeit,
  • ist eine demokratische Grundhaltung,
  • sind Bewerbungsunterlagen mit Bewerbungsschreiben, Einverständniserklärung, Bewerbungsbogen, Zusatzfragebogen, Einverständniserklärung zur Anforderung von Gesundheitsnachweisen, Berufsabschlusszeugnis, Schulabschlusszeugnis und tabellarischem Lebenslauf.

Ein Blick in den Einstellungstest Bundeswehr

Was Sie genau beim Einstellungstest Bundeswehr erwartet, ist abhängig von Ihrer Vorbildung und auch von Ihren Zielen, die Sie bei der Bundeswehr anstreben. So gibt es in jedem Fall eine Eignungsfeststellungsprüfung, die eine Überprüfung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit darstellt. Je höher der angestrebte Dienstgrad ist, desto strenger ist auch das Eignungsfeststellungsverfahren, das bei angehenden Offizieren beispielsweise einen Besuch des Assessmentcenters voraussetzt.

Beim Feldwebel-Auswahlverfahren warten diesen Aufgaben auf Sie:

  • der Online-Test zu den Themen Logisches Denken, Mathematik, Sprachverständnis, Technik und Konzentrationsvermögen
  • die ärztliche Untersuchung
  • das Assessment Center mit Gruppendiskussion und Planspiel
  • das persönliche Interview
  • der Sporttest mit Pendellauf, Sit Ups, Standweitsprung, Liegestütz, Ergometertest

Beim Offizier-Auswahlverfahren warten diesen Aufgaben auf Sie:

  • der schriftliche Test am PC (Logisches Denken, Konzentrationsvermögen, Technik, Mathematik, Sprachverständnis)
  • die ärztliche Untersuchung beim ärztlichen Dienst
  • das Assessment Center mit Gruppendiskussion und Gruppenarbeit (Planspiel) und einem zehnminütigen Vortrag
  • das Einstellungsgespräch
  • der Sporttest (Pendellauf, Ergometertest, Sit Ups, Liegestütz, Standweitsprung)
  • die Studieneignungsfeststellung und Studienplanung

Das Auswahlverfahren ist umfangreich. Jährlich bewerben sich viele Interessenten, die aufgrund mangelnder Vorbereitung im Test scheitern. Tipp: Eine langfristige Vorbereitung mithilfe eines kontinuierlichen Sporttrainings, eines gesunden Lebensstils und einem umfassenden Interesse an Politik und Wirtschaft ist hierbei in jedem Fall zielführender.