Zoll Einstellungstest: Das erwartet Sie beim Eignungstest

Aktualisiert am 19. Juni 2020 von Ömer Bekar

Infos zum Zoll Einstellungstest
Der Zoll Einstellungstest prüft Ihre Eignung für den Beruf.

Ähnlich wie bei der Polizei, der Bundeswehr und vielen größeren Unternehmen ist auch beim Zoll die Bewerbung nur der erste Schritt. Denn ob Sie für die Tätigkeit geeignet sind, prüft der Zoll durch einen Einstellungstest. Er setzt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Nur wenn Sie den Eignungstest erfolgreich meistern, können Sie eingestellt werden und Ihre Karriere als Zöllnerin oder Zöllner starten. Und damit das klappt, verraten wir Ihnen, was Sie beim Einstellungstest des Zolls erwartet.

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Die Palette an Aufgaben, die der Zoll übernimmt, ist groß und vielfältig. So überwachen Zollbeamte zum Beispiel den Warenverkehr und führen Kontrollen an den Grenzen durch. Sie bekämpfen Schwarzarbeit, Produktpiraterie, Schmuggel und Geldwäsche.

Die Zollfahndung ist ein weiterer Tätigkeitsbereich. Außerdem ist der Zoll dafür zuständig, Zölle und Abgaben zu erheben. Er verwaltet verschiedene Steuern wie die Kfz- und die Energiesteuer und treibt Schulden durch entsprechende Vollstreckungsmaßnahmen ein.

Insgesamt sind deutschlandweit gut 39.000 Zöllnerinnen und Zöllner an 700 Standorten im Einsatz. Wenn Sie dazugehören möchten, können Sie drei Wege einschlagen. Denn beim Zoll gibt es den mittleren und den gehobenen Dienst. Als dritter Weg kommt noch ein Studium der Verwaltungsinformatik dazu.

Doch in allen drei Laufbahnen beim Zoll haben Sie erst einmal den Einstellungstest vor sich. Und wie er abläuft, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ihre Bewerbung beim Zoll

Die Ausbildungen im mittleren Zolldienst und die dualen Studien im gehobenen Zolldienst beginnen alljährlich am 1. August. Das Verwaltungsinformatik-Studium startet etwas später, nämlich am 1. Oktober. Für alle drei Laufbahnen müssen Sie sich aber bis Mitte September des Vorjahres bewerben. Dabei brauchen Sie eine Mappe mit folgenden Unterlagen:

  • ausgefüllter Bewerbungsbogen
  • Anschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Nachweis über das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze, wenn Sie sich für den mittleren Zolldienst bewerben
  • Schulabschluss- und Prüfungszeugnis; haben Sie noch keinen Schulabschluss, bewerben Sie sich mit den beiden aktuellsten Schulzeugnissen
  • Zeugnisse von Praktika, Jobs, Ausbildungen und anderen beruflichen Tätigkeiten, sofern vorhanden

Sind Sie noch nicht volljährig, brauchen Sie außerdem eine Einverständniserklärung Ihrer Eltern. Bei einer Schwerbehinderung legen Sie eine Kopie Ihres Ausweises oder des Bescheids über die Gleichstellung bei.

Ihre Bewerbung können Sie entweder klassisch per Post oder als Anhang im PDF-Format per E-Mail an den Zoll schicken. Dabei richten Sie die Bewerbung an das Hauptzollamt, bei dem Sie gerne arbeiten wollen. Es sei denn, Sie möchten Verwaltungsinformatik studieren. Dann ist die Generalzolldirektion in Münster Ihr Ansprechpartner.

Die Kontaktdaten der Zollämter finden Sie auf der Webseite des Zolls. Dort gibt es übrigens auch weitere Infos und Tipps rund um die Bewerbung, das Auswahlverfahren und den Zoll als Arbeitgeber.

Der Einstellungstest vom Zoll

Wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist, beginnt der Zoll mit dem eigentlichen Auswahlverfahren. Dabei sichten die Prüfer die Bewerbungsmappen. Erfüllen Sie die formalen Anforderungen und könnten Sie ein geeigneter Kandidat sein, bekommen Sie eine Einladung zum Einstellungstest.

Der Eignungstest setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Den Anfang macht die schriftliche Prüfung. Haben Sie den schriftlichen Test erfolgreich und mit genug Punkten hinter sich gebracht, geht es mit dem mündlichen Auswahlverfahren weiter. Der mündliche Teil ist je nach Laufbahn ein bisschen anders aufgebaut. Darauf gehen wir aber gleich noch genauer ein.

Der schriftliche Teil vom Zoll Einstellungstest

Beim schriftlichen Einstellungstest lösen Sie Fragen und Aufgaben aus den drei Bereichen

  • Mathe,
  • Deutsch und
  • Allgemeinwissen.

Dabei sind die Aufgaben als Multiple Choice Fragen aufgebaut. Das bedeutet: Zu jeder Frage gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten. Aus den Lösungsvorschlägen müssen Sie die richtige Antwort auswählen. Offene Fragen, bei denen Sie die Antwort selbst formulieren müssen, gibt es so gut wie nicht.

Der Mathetest

In jedem Beruf müssen Sie die Grundrechenarten beherrschen. Beim Zoll ist aber besonders wichtig, dass Sie mit Zahlen umgehen können. Denn es gehört zum Berufsalltag, dass Sie Zölle, Abgaben und Steuern genau und nach den gesetzlichen Vorgaben berechnen.

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Neben Übungen zu den Grundrechenarten sollten Sie beim Mathetest auf Aufgaben zur Bruch- und Prozentrechnung vorbereitet sein. Auch das Kopfrechnen und das Schätzen von Ergebnissen können drankommen. Außerdem tauchen oft Textaufgaben auf. Hier ist dann vor allem der Dreisatz gefragt.

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Übrigens: Bewerben Sie sich für den mittleren und den gehobenen Zolldienst, dürfen Sie beim Einstellungstest einen Taschenrechner benutzen.

Der Deutschtest

Gesetze verstehen, anderen Personen Vorschriften erklären, Richtlinien durchsetzen und Gespräche mit verschiedensten Leuten führen: All das sind Dinge, die zum Beruf dazugehören. Ein gutes Sprachverständnis ist deshalb wichtig.

Der Zoll prüft Ihre Deutschkenntnisse durch Aufgaben zu Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau. Daneben können Fragen vorkommen, in denen es um den Wortschatz und das Textverständnis geht.

Der Test zum Allgemeinwissen

Die Allgemeinbildung meist das Kennen und Verstehen von politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Die Fragen können sehr breit gestreut sein und verschiedenste Themen von Erdkunde über Geschichte und Sozialkunde bis hin zu Wirtschaft und Kultur abdecken.

Halten Sie sich vor dem Test durch die Nachrichten über das aktuelle Zeitgeschehen und wichtige Ereignisse auf dem Laufenden. Daneben können Sie beim einen oder anderen Quiz mitraten und Rätsel lösen. Auf diese Weise frischen Sie Ihr Wissen in allerlei Bereichen auf.

Tipp: Auf den schriftlichen Einstellungstest können Sie sich mit Übungsaufgaben und Mustertests gut vorbereiten. Durch dieses Training lernen Sie die verschiedenen Typen von Aufgaben kennen. Außerdem gewöhnen Sie sich an die Prüfungssituation.

Das Ergebnis

Nach den schriftlichen Tests folgt noch eine Arbeitsprobe. Hier geht es im Wesentlichen darum, wie gut Sie Anweisungen umsetzen können und wie aufmerksam, ordentlich und gewissenhaft Sie arbeiten.

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Insgesamt dauert der schriftliche Teil vom Zoll Einstellungstest dreieinhalb bis vier Stunden. Danach werden Ihre Ergebnisse ausgewertet. Ist die Punktzahl, die Sie erreicht haben, hoch genug, geht es mit dem mündlichen Teil weiter. Andernfalls sind Sie leider aus dem Rennen.

Der mündliche Teil vom Zoll Einstellungstest

Der mündliche Abschnitt vom Zoll Einstellungstest setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Im Auswahlverfahren für den mittleren Dienst absolvieren Sie eine Gruppendiskussion und ein Rollenspiel.

Im gehobenen Dienst kommt noch ein Kurzvertrag dazu, als Bewerber für das Verwaltungsinformatik-Studium steht eine Präsentation auf dem Programm. Alle Bewerber haben außerdem ein Vorstellungsgespräch vor sich.

Insgesamt geht es im mündlichen Teil um Sie als Person, Ihr Auftreten, Ihre Motivation und Ihr Engagement. Aber auch Dinge wie Teamgeist, Ausdrucksvermögen und Durchsetzungsfähigkeit stehen hier auf dem Prüfstand.

Gruppendiskussion und Rollenspiel

Für diesen Abschnitt vom Eignungstest geben Ihnen die Prüfer ein Thema vor. Zusammen mit anderen Bewerbern diskutieren Sie dann über den Sachverhalt. Dabei ist möglich, dass Ihnen die Prüfer einen bestimmten Standpunkt zuweisen, den Sie in der Diskussion vertreten sollen. Oft geht es aber auch nur darum, sich mit den anderen auszutauschen.

Das Rollenspiel befasst sich meist mit einer typischen Situation aus dem Berufsalltag. Diese Situation spielen Sie entweder mit anderen Bewerbern oder den Prüfern nach und versuchen, eine gute Lösung zu finden.

Kurzvortrag und Präsentation

Als Bewerber für den gehobenen Dienst beim Zoll beinhaltet der mündliche Test einen Kurzvortrag. Sie bekommen dazu von den Prüfern ein Thema und Unterlagen. Anschließend können Sie die Akten kurz durcharbeiten und sich Gedanken dazu machen. Ihre Überlegungen tragen Sie dann vor.

Möchten Sie beim Zoll Verwaltungsinformatik studieren, steht eine Präsentation auf dem Programm. Die Präsentation ähnelt vom Prinzip her dem Kurzvortrag, nur ist sie etwas umfangreicher.

Vorstellungsgespräch

Natürlich gehört zum Zoll Einstellungstest auch ein Vorstellungsgespräch. Schließlich möchte der Zoll die Person kennenlernen, die hinter der Bewerbung und den Testergebnissen steht.

Das Interview ist ein klassisches Bewerbungsgespräch. Der Zoll möchte wissen, wer Sie sind und was Sie bisher gemacht haben. Er möchte erfahren, warum Sie zum Zoll wollen, welche beruflichen Ziele Sie haben und worin Sie Ihre Stärken sehen. Außerdem möchte der Zoll herausfinden, ob Sie ins Team passen und das Zeug zum Zollbeamten haben.

Informieren Sie sich deshalb gut über den Zoll, seine Aufgaben und die Ausbildung. Sonst wird es schwierig, überzeugend zu erklären, warum Sie den Job unbedingt machen wollen.

Ansonsten können Sie sich bei der Vorbereitung an den typischen Fragen orientieren, die bei Bewerbungsgesprächen so gestellt werden. Aber lernen Sie keine Antworten auswendig. Der Zoll möchte Sie kennenlernen. Verstellen Sie sich deshalb nicht, sondern bleiben Sie natürlich und authentisch. Damit fahren Sie am besten.

Übrigens: Auch als Zöllnerin oder Zöllner müssen Sie körperlich fit sein. Anders als die Polizei, die Bundeswehr und die Feuerwehr beinhaltet der Zoll Einstellungstest aber keinen Sporttest. Ihre körperliche Fitness stellen Sie vielmehr durch das Deutsche Sportabzeichen unter Beweis, das Sie im Zuge der Bewerbung vorlegen müssen.

Nach dem Eignungstest

Haben Sie alle Abschnitte vom Einstellungstest gemeistert, müssen Sie abwarten und Daumen drücken. Wenn alle Bewerber am Auswahlverfahren teilgenommen haben, informiert Sie den Zoll darüber, ob es geklappt hat und Sie eingestellt werden.