Einstellungstest Finanzamt und Ihre Optionen

Das Finanzamt ist wohl eines der bekanntesten Ämter im öffentlichen Dienst, denn ein jeder hat regelmäßig mit dem Finanzamt zu tun. Der Grund dafür ist denkbar einfach, denn jeder der arbeitet, muss Steuern zahlen und regelmäßig am Ende des Jahres eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Doch nur die wenigsten denken an das Finanzamt als Arbeitgeber. Grund genug für die meisten regionalen Finanzämter aktiv um den Nachwuchs zu werben, der sich künftig um die Steuererklärungen der arbeitenden Bevölkerung sowie deren zahlreiche Anfragen kümmern soll. Eine Ausbildung beim Finanzamt kann im Grunde jeder machen – egal ob mit Qualifizierendem Abschluss, Mittlerer Reife oder Abitur. Welche Optionen es gibt und wie streng der Einstellungstest Finanzamt wirklich ist, können Sie in diesem Beitrag erfahren.

 

Im öffentlichen Dienst entscheidet der Schulabschluss über die Einstiegsoption

Das heißt aber auch, dass anders als in vielen Unternehmen sich auch Bewerber mit Qualifizierendem Abschluss bewerben können. Wer letztlich den Einstellungstest besteht und im Vorstellungsgespräch mit Persönlichkeit überzeugt, kann sich so seinen Weg in den öffentlichen Weg bahnen. Welche Ausbildung mit welchem Abschluss möglich ist, verrät die folgende Tabelle:

Mit Qualifizierendem Abschluss oder Mittlerer Reife können Sie …

Finanzwirt/-in (2. Qualifikationsebene) werden. Gesucht werden für diesen Job Personen, die sowohl gut mit Menschen umgehen können, als auch gut mit Zahlen und wirtschaftlichen Zusammenhängen hantieren können. Verhandlungsgeschick, Konfliktfähigkeit und Entscheidungsfreude sind weitere Grundvoraussetzungen für angehende Finanzwirte. Die Ausbildung gliedert sich in 16 praktische Ausbildungsmonate und acht theoretische Ausbildungsmonate. Da das Finanzamt für den Eigenbedarf ausbildet, sind die Übernahmechancen in der Regel sehr hoch.
Fachinformatiker/-in, Schwerpunkt Systemintegration, werden. Hierbei handelt es sich um eine dreijährige Ausbildung, die unter anderem die Themen Datenbanken, Programmiersprachen, Netzwerk- und Rechnertechnik sowie Betriebssysteme umfasst. Einstellungsvoraussetzung sind zunächst einmal Notendurchschnitte von 2,33 (mit QA) und 2,66 (mit Mittlerer Reife) sowie die Note „gut“ (mit QA) oder „befriedigend“ (mit Mittlerer Reife) in Mathematik.

Mit Abitur oder Fachabitur können Sie …

Diplom-Finanzwirt/-in (FH) (3. Qualifikationsebene) werden. Hierbei handelt es sich um ein Duales Studium, dass 21 Monate Theorie und 15 Monate praktische Ausbildung umfasst. Auch hier wird übernommen, wer die Abschlussprüfung bestanden hat. Anschließend lockt ein Arbeitgeber mit Vorzügen wie einer attraktiven Besoldung, modernen Arbeitsplätzen und flexiblen Arbeitszeitmodellen.
Diplom-Verwaltungsinformatiker/-in (FH) werden. Auch hierbei handelt es sich um ein Duales Studium, das insgesamt drei Jahre dauert und Inhalte der Informatik (Datenbanken, objektorientiertes Programmieren, Netzwerk- und Rechnertechnik, Betriebssysteme) und der Verwaltungswissenschaften (Datenschutz, Personalmanagement, Geschäftsprozessoptimierung, Büroautomation) umfasst. Neben dem (Fach-)Abitur ist ein Notenschnitt von 3,0 in Deutsch, Englisch und Mathematik ebenso Voraussetzung wie die Note „befriedigend“ im Fach Mathematik.

Einstellungstest FinanzamtDie Finanzschiene im Fokus – was passiert im Einstellungstest Finanzamt?

Klammern wir einmal die Informatik-Schiene gedanklich aus, bei der beim Einstellungstest im Grunde auch Tests in Deutsch, Mathematik und Allgemeinwissen, aber auch IT und Technik auf dem Programm stehen, und werfen einen detaillierter Blick auf die Ausbildungen im Finanzbereich. Der Einstellungstest Finanzamt ist dann grundsätzlich zweigeteilt und umfasst einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Im schriftlichen Teil des Einstellungstest Finanzamt müssen Sie sich auf

  1. Fragen aus dem Bereich Wirtschaft und Politik,
  2. Fragen aus dem Bereich Allgemeinwissen,
  3. einen Deutschtest sowie
  4. einen Mathematiktest vorbereiten.

Der beste Tipp, um sich auf die Tests 1. bis 3. gleich in einem Schwung vorzubereiten, ist: regelmäßig Zeitung lesen! Jeder, der sich regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg mit Zeitgeschehen auseinandersetzt und Nachrichten liest, der wird langfristig betrachtet Fragen zu Wirtschaft und Politik gut beantworten können und kann dann auch andere Themenbereiche des Allgemeinwissens gut abdecken.

Darüber hinaus hat das Training für den Multiple Choice-Test noch einen anderen, sinnvollen Nebeneffekt: Wer viel liest, schult gleichzeitig seine Deutschkenntnisse in punkto Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Um sich gut auf den Test vorzubereiten, schadet es indes auch nicht, sich noch einmal die Regeln der neuen, deutschen Rechtschreibung zu Gemüte zu führen oder die wichtigsten Kommaregeln zu pauken. Beim Mathematiktest kommen indes die Klassiker dran: Bruch-, Zins- und Prozentrechnung sind ebenso gefragt wie der Dreisatz.

Im mündlichen Test des Einstellungstest Finanzamt erwartet Sie indes dieses Szenario: In der Regel werden Sie zum Einzelgespräch geladen, manchmal auch zur Gruppendiskussion. Das kann letztlich jedes Amt selbst entscheiden. Wer die Möglichkeit hat, im Vorfeld das Gespräch im Bekanntenkreis zu üben, sollte auf diese Punkte achten:

  • Die Ausdrucksweise muss gewählt und stimmig sein. Achten Sie dennoch darauf, authentisch und nicht künstlich zu wirken.
  • Achten Sie darauf, einen klaren Standpunkt zu haben und diesen auch argumentativ gut begründen zu können.
  • Bereiten Sie bereits Antworten auf die gängigsten Fragen vor, wie etwa Fragen nach der Motivation, Stärken, Schwächen usw.
  • Achten Sie neben Ihren verbalen Äußerungen auch auf Ihre Körperhaltung, Ihre Gestik und Ihre Mimik.

Meist verrät der Zeitplan schon einige Prüfungsdetails

Haben auch Sie sich beim Finanzamt beworben, müssen Sie erst einmal geduldig auf Antwort warten. Flattert Ihnen dann eine Einladung zum Einstellungstest ins Haus, sollten Sie genau auf die Rahmenbedingungen achten, denn diese können bereits Auskunft über den Inhalt des Tests geben.

  • Wird der Einstellungstest auf nur zwei Stunden angesetzt, können Sie davon ausgehen, dass Sie weder ein Diktat noch ein Aufsatz erwartet und Sie vermutlich in erster Linie im Multiple-Choice-Verfahren getestet werden.
  • Wurde bei der Einladung zum Einstellungstest ein ganzer Tag anberaumt, lässt das fast schon ein Mini-Assessment-Center vermuten, bei dem sich oft die schriftlichen und mündlichen Prüfungen abwechseln. Das heißt: Nach einem Multiple-Choice-Test folgt eine Gruppendiskussion und nach dem Aufsatzschreiben folgt das Einzelgespräch.
  • Werden gleich mehrere Tage für den Einstellungstest Finanzamt anberaumt, so kann dies entweder darauf hinweisen, dass es viele Bewerber gibt und ein entsprechend umfangreiches Auswahlverfahren nötig ist, oder, dass es Tag für Tag weniger Bewerber werden, weil gilt: Wer beim Allgemeinwissenstest und der Gruppendiskussion an Tag 1 durchfällt, wird an Tag 2 nicht mehr zum Rollenspiel und zum Aufsatzschreiben eingeladen. Wer jedoch auch noch Tag 2 gut meistert, muss an Tag 3 nur noch den Mathematiktest bestehen, um sich für das finale Einzelgespräch zu qualifizieren.

Sie von einem Tag zum nächsten vorzubereiten, macht indes wenig Sinn. Erwarten Sie das Schlimmste, dann werden Sie positiv überrascht, sollte die Devise lauten.