Einstellungstest Flugbegleiter: Der Weg zum Traumjob

Infos zum Einstellungstest Flugbegleiter
Der Einstellungstest für Flugbegleiter gliedert sich in mehrere Phasen.

Sie sind für das Wohlbefinden und die Sicherheit der Passagiere an Bord verantwortlich. Sie müssen immer freundlich bleiben, Auskünfte in mehreren Sprachen geben können und die Rolle des guten Gastgebers perfekt beherrschen. Bei Streit um einen Sitzplatz müssen sie schlichten, Gäste mit Flugangst beruhigen, alleinreisende Kinder trösten und bei Notfällen blitzschnell die notwendigen Rettungsmaßnahmen einleiten. – Zum Beruf der Flugbegleiter gehört weit mehr, als nur Speisen und Getränke zu servieren. Und so anspruchsvoll wie der Job ist, so anspruchsvoll ist auch der Einstellungstest, den angehende Flugbegleiter meistern müssen.

Für viele gehört der Job als Steward oder Stewardess zu den echten Traumberufen. Schließlich haben Flugbegleiter einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und kommen viel in der Welt herum. Allerdings reicht es nicht aus, eine Fremdsprache fließend zu beherrschen, sich fürs Fliegen zu begeistern und in der Uniform eine gute Figur zu machen.

Interkulturelle Kompetenzen, Kontaktfreude, Teamgeist und Belastbarkeit auch in stressigen Situationen sind ein paar Beispiele für Eigenschaften, die die Airlines bei Bewerbern sehen wollen. Und um herauszufinden, wer das Kabinenpersonal gut ergänzen kann, wird ein Einstellungstest durchgeführt.

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, welche Herausforderungen Sie meistern müssen, wenn Sie sich einen der begehrten Arbeitsplätze als Flugbegleiter sichern wollen.

Ein kurzer Hinweis noch: Die korrekte Berufsbezeichnung im Deutschen ist Flugbegleiter und Flugbegleiterin oder Steward und Stewardess. Im Englischen wird auch vom Flight Attendant gesprochen. Wir verwenden in unserem Artikel überwiegend die Bezeichnung Flugbegleiter. Das bezieht sich nicht aufs Geschlecht, sondern soll nur dazu beitragen, dass der Text lesefreundlich bleibt.

Was genau machen Flugbegleiter?

Die Arbeit von Flugbegleitern beginnt weit vor dem Abflug. Nach einer Besprechung mit den Piloten, dem sogenannten Briefing, muss der Flug vorbereitet werden. Ist die Kabine sauber? Sind die Zeitschriften an Bord? Wurden die Mahlzeiten geliefert? Wie viele Gäste kommen an Bord und sind Passagiere darunter, die besonders betreut werden müssen? All das sind Punkte, die es zu klären gilt.

Wenn die Fluggäste einsteigen, stehen die Flugbegleiter bereit, um die Passagiere zu begrüßen und sie bei Bedarf zu ihren Plätzen zu begleiten. Dabei müssen sie manchmal Lösungen finden, wenn Fluggäste zum Beispiel mit ihrem Platz nicht zufrieden sind oder Familien gerne zusammensitzen wollen. Außerdem helfen sie dabei, das Handgepäck und die Garderobe sicher zu verstauen.

Bevor es losgeht, informieren Flugbegleiter die Passagiere über das richtige Verhalten im Notfall. Dazu zeigen sie zum Beispiel, wo sich die Notausgänge befinden oder wie die Sauerstoffmasken angelegt werden. Danach überprüfen sie, ob alle Fluggäste angeschnallt sind und die Rückenlehnen aufrecht stehen.

Nach dem Start bereiten Flugbegleiter in der Bordküche die Getränke vor, wärmen die Speisen auf und servieren das Ganze. Anschließend räumen sie wieder ab. Bei längeren Flügen gibt es den Service oft mehrfach. Zwischendurch verkaufen Flugbegleiter zollfreie Waren. Je nach Reiseziel verteilen sie außerdem Einreise- und Zollformulare. Ist der Flieger gelandet, verabschieden sie die Gäste.

Das wird von Flugbegleitern erwartet

Flugbegleiter müssen sich ständig auf neue Passagiere einstellen und dabei stets freundlich und zuvorkommend auftreten. Auch in Stress- und Notsituationen müssen sie die Ruhe bewahren. Sehr gute Umgangsformen werden von Flugbegleitern ebenso erwartet wie ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Immerhin sind sie dafür zuständig, dass die Sicherheit an Bord gewährleistet ist.

Ein souveränes Auftreten und ein gepflegtes Äußeres sind genauso wichtig wie das Wissen darüber, welche Gepflogenheiten in den verschiedenen Kulturen üblich sind. Flugbegleiter müssen Deutsch und Englisch beherrschen, je nach Airline und Zielgebiet teilweise auch andere Fremdsprachen. Denn Flugbegleiter sind die Ansprechpartner der Gäste und müssen ihnen Auskunft geben können.

Freude an der Arbeit im Team, eine ausgeprägte Serviceorientierung und Engagement runden das persönliche Profil ab. Die Airlines verlangen außerdem eine bestimmte Körpergröße und ein Gewicht innerhalb gewisser Grenzen. Und Flugbegleiter müssen volljährig sein.

Eine niedrige Luftfeuchtigkeit und beengte Platzverhältnisse an Bord, Motorengeräusche und Erschütterungen sind Dinge, die zum Berufsalltag dazu gehören. Gleiches gilt für Zeitverschiebungen und Einsätze zu unterschiedlichen Tages- und Nachzeiten. Das setzt eine solide Gesundheit voraus.

Die Online-Bewerbung macht den Anfang

Bei den meisten Airlines bewerben Sie sich über ein Online-Formular. Dieses Formular füllen Sie aus und laden zusätzlich dazu die genannten Unterlagen hoch. Zu den Unterlagen gehören meist ein Lebenslauf, Zeugnisse und Bilder.

Tipp: Im Rahmen der Bewerbung müssen Sie angeben, ob und wie gut Sie Englisch können. Hier sollten Sie sehr gute oder fließende Englischkenntnisse in Aussicht stellen. Natürlich dürfen Sie nicht lügen und maßlos übertreiben. Wenn Sie aber angeben, dass Ihre Englischkenntnisse überschaubar sind, hat Ihre Bewerbung kaum Chancen. Stapeln Sie deshalb lieber etwas höher und nutzen Sie die Zeit bis zum Einstellungstest, um fleißig Englisch zu üben.

Für die Online-Bewerbung brauchen Sie neben dem normalen Bewerbungsfoto auch ein Ganzkörperbild. Das hat den Hintergrund, dass sich die Airlines einen Gesamteindruck von Ihnen verschaffen wollen. Außerdem möchten sie abschätzen, wie Sie in der Uniform aussehen würden.

Stylen Sie sich für das Ganzkörperbild deshalb so, wie Sie zum Vorstellungsgespräch und später zur Arbeit gehen würden. Tragen Sie also Kostüm oder Anzug, nehmen Sie Ihre Haare zusammen und verzichten Sie auf ein grelles Make-up. Jeans und Schlabber-Pulli sind tabu. Das Foto muss nicht unbedingt ein Fotograf machen. Aber es sollte ansprechend aussehen und eine ordentliche Qualität haben.

Stellen Sie vor dem Abschicken sicher, dass Sie alle Unterlagen zusammen haben, die Sie für die Bewerbung brauchen. Eine unvollständige Bewerbung kommt nicht gut an. Und prüfen Sie, ob Sie wirklich alle formalen Voraussetzungen erfüllen. So ersparen Sie sich die Enttäuschung, dass Ihre Bewerbung keinen Erfolg hat.

Der Einstellungstest für Flugbegleiter

Nachdem Ihre Bewerbung vorliegt, prüft die jeweilige Fluggesellschaft, ob Sie die formalen Voraussetzungen erfüllen. Außerdem schaut sie sich an, welchen Eindruck Ihre Bewerbung insgesamt macht. Konnten Sie punkten, beginnt das eigentliche Auswahlverfahren. Dabei setzt sich der Einstellungstest für Flugbegleiter aus mehreren Etappen zusammen.

Die genauen Abläufe und Inhalte sind natürlich je nach Airline unterschiedlich. Recherchieren Sie deshalb auf der Karriere-Seite Ihrer Fluggesellschaft. Dort finden Sie meist Informationen über das Auswahlverfahren. Was generell beim Einstellungstest als angehender Flugbegleiter auf Sie zukommt, beschreiben wir Ihnen im Folgenden.

Stufe 1: Online-Tests

Zunächst nehmen Sie von zu Hause aus an einem oder mehreren Online-Tests teil. Dabei beantworten Sie Fragen und Aufgaben aus Bereichen wie

Die Tests sind zeitlich begrenzt. Gleichzeitig sind sie meist so aufgebaut, dass es gar nicht möglich ist, alle Aufgaben zu bearbeiten. Dadurch möchten die Airlines sehen, wie gut sie mit Druck und Stress umgehen können.

Machen Sie sich also nicht verrückt! Lesen Sie sich die Aufgabenstellungen aufmerksam durch und gehen Sie konzentriert, aber zügig vor. Wissen Sie eine Lösung nicht, dann raten Sie und machen Sie mit der nächsten Aufgabe weiter.

Stufe 2: Das Assessment-Center

Haben Sie die Online-Tests absolviert, wertet die Airline Ihre Ergebnisse aus. Haben Sie sich erfolgreich geschlagen, werden Sie zum Assessment-Center eingeladen. Hier haben Sie dann mehrere Prüfungen vor sich.

Achtung: Einige Airlines führen zwischen den Online-Tests und dem Assessment-Center noch ein Telefon-Interview durch. Teilweise werden Sie dazu angerufen, bei anderen Fluggesellschaften müssen Sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt telefonisch melden. Das Interview ist im Prinzip ein ganz normales Vorstellungsgespräch, nur eben vorab am Telefon. Die Fragen ähneln den Fragen, die Sie später noch einmal beim persönlichen Gespräch beantworten werden.

Zum Assessment-Center sollten Sie sich wieder so anziehen, wie auf dem Ganzkörperbild und im späteren Berufsalltag. Achten Sie also auf ein gepflegtes und chices, aber nicht übertriebenes Erscheinungsbild.

Neben Ihrer vollständigen Bewerbungsmappe müssen Sie außerdem einige Unterlagen mitbringen. Welche das sind, steht in Ihrer Einladung. Dass Sie pünktlich da sein müssen und sich im Vorfeld auf die Tests vorbereitet haben sollten, versteht sich von selbst.

Der schriftliche Einstellungstest

Der Einstellungstest für Flugbegleiter beginnt meist mit dem schriftlichen Teil. Ähnlich wie bei den Online-Tests stehen auch hier wieder Aufgaben und Übungen aus verschiedenen Bereichen auf dem Programm. Vor allem Englisch, Deutsch und Allgemeinwissen, aber auch Logik und analytisches Denken stehen im Vordergrund.

Inhaltlich unterscheidet sich der schriftliche Einstellungstest nicht großartig von den Online-Tests. Nur ist er umfangreicher. Die Fragen beantworten Sie, je nach Airline, entweder am Computer oder Sie bekommen Fragebögen auf Papier.

Ein Großteil der Fragen sind Auswahlfragen. Das heißt: Zu jeder Frage werden mehrere Antwortmöglichkeiten vorgeschlagen und Sie müssen die richtige Lösung davon ankreuzen. Teilweise gibt es aber auch offene Fragen. Sie zielen auf Ihr sprachliches Ausdrucksvermögen ab.

Gruppenaufgaben im mündlichen Teil vom Einstellungstest

Nach den schriftlichen Tests geht es mit dem mündlichen Abschnitt vom Einstellungstest weiter. Meist werden Sie dazu mit ein paar anderen Bewerbern in eine Gruppe eingeteilt. Dann folgen Gruppenaufgaben und Rollenspiele.

Eine typische Gruppenaufgabe besteht darin, dass Sie in der Gruppe über ein vorgegebenes Thema diskutieren sollen. Die Prüfer möchten dabei sehen, wie Sie sich präsentieren und wie gut Sie mit den anderen zusammenarbeiten.

Reißen Sie das Ruder an sich oder halten Sie sich schüchtern zurück und sagen gar nichts? Sie sollten versuchen, einen guten Mittelweg dazwischen zu finden!

Eine andere Gruppenaufgabe kann in einem konkreten Auftrag bestehen. Zum Beispiel so: Bei einem Langstreckenflug sind ein frisch gebackenes Ehepaar auf dem Weg in die Flitterwochen und ein Kind an Bord, das Geburtstag hat. Aus verschiedenen Utensilien sollen Sie für diese Fluggäste schöne Tabletts herrichten. Auch hier kommt es wieder darauf an, wer sich wie einbringt.

Rollenspiele

Ergänzt wird der mündliche Teil vom Einstellungstest durch Rollenspiele, die typische Situationen im Berufsalltag als Flugbegleiter nachstellen. Ein paar Beispiele:

  • Ein Fluggast sitzt am Notausgang und möchte auf gar keinen Fall, dass sein Handgepäck in einem Gepäckfach verstaut wird. Wie überzeugen Sie ihn?
  • Für den Flug wurden nur die Standard-Menüs geliefert. Das vegetarische Essen und die vorbestellten Extra-Menüs fehlen. Wie lösen Sie die Situation so, dass die Gäste trotzdem satt und zufrieden sind?
  • Ein Passagier weigert sich, seinen Laptop für den Start auszuschalten. Obwohl Sie ihm die Situation erklärt haben und er sich schließlich einsichtig gezeigt hat, fällt Ihnen beim erneuten Durchgang auf, dass er das Gerät immer noch in Betrieb hat. Wie reagieren Sie?
  • Eine Familie möchte sich hinsetzen, doch auf ihren Plätzen hat sich schon jemand hingesetzt. Und auf den Bordkarten dieser Gäste sind die gleichen Plätze vermerkt. Was tun Sie?
  • Die Maschine ist schon im direkten Landeanflug, als plötzlich ein Fluggast aufsteht und auf die Toilette geht. Wie reagieren Sie?

Bei den Rollenspielen geht es weniger darum, die perfekte Lösung zu finden. Für die Prüfer zählt, wie souverän Sie auftreten, wie emphatisch Sie sich zeigen und wie flexibel Sie auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren. Bleiben Sie auch dann ein guter und zuvorkommender Gastgeber, wenn es schwierig wird?

Das persönliche Gespräch

Natürlich gehört zum Einstellungstest für Flugbegleiter auch ein persönliches Gespräch dazu. Schließlich möchte Sie die Airline näher kennenlernen. Bei dem Gespräch werden Ihnen die Fragen gestellt, die bei Vorstellungsgesprächen üblich sind, nur eben bezogen auf die Airline und den Beruf. Rechnen Sie also zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Warum möchten Sie Flugbegleiter werden?
  • Wieso haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?
  • Was macht Ihrer Ansicht nach einen guten Flugbegleiter aus?
  • Wie stellen Sie sich den Alltag als Flugbegleiter vor?
  • Was verstehen Sie unter interkulturellen Kompetenzen?
  • Worin sehen Sie die Pluspunkte und die Nachteile dieses Berufs?
  • Was machen Sie, wenn wir Sie nicht einstellen?
  • Was macht für Sie den Unterschied zwischen einem guten und einem hervorragenden Service aus?
  • Wo haben Sie Englisch gelernt?
  • Welche Länder haben Sie schon bereist? Wo hat es Ihnen dabei am besten gefallen und warum?
  • Ihr Make-up ist sehr dezent. An Bord wäre es durch das Licht nicht zu sehen. Würden Sie sich im Berufsalltag auch nur so dezent schminken?
  • Worin sehen Sie Ihre größte Stärke und was ist Ihre größte Schwäche?

Da bei Flugbegleitern sehr gute Englischkenntnisse vorausgesetzt werden, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Gesprächspartner ins Englische wechseln wird. Dabei kann er zwischendurch die eine oder andere Frage auf Englisch stellen. Möglich ist aber auch, dass er das Vorstellungsgespräch auf Deutsch führt und im Anschluss daran eine Unterhaltung auf Englisch stattfindet.

Überlegen Sie sich deshalb Antworten auf die typischen Fragen beim Vorstellungsgespräch und spielen Sie diese auf Deutsch und auf Englisch durch.

Stufe 3: Flugtauglichkeitsprüfung

Ein paar Tage nach dem Einstellungstest teilt Ihnen die Airline per E-Mail oder telefonisch mit, ob Sie bestanden haben. Ist das der Fall, haben Sie jetzt noch eine allerletzte Hürde vor sich. Denn um den Job machen zu können, müssen Sie vollkommen gesund sein.

Deshalb schickt Sie die Fluggesellschaft zum Arzt. Der Arzt checkt Sie einmal komplett durch. Ist alles in Ordnung, bescheinigt er Ihnen die Flugtauglichkeit und die Tropentauglichkeit.

Als Flugbegleiter halten Sie sich in Bereichen des Flughafens auf, zu denen Reisende keinen Zugang haben. Gleichzeitig steht hier die Sicherheit an allererster Stelle. Aus diesem Grund muss die Luftsicherheitsbehörde Ihre Zuverlässigkeit bestätigen. Dazu füllen Sie Formulare aus und die Behörde überprüft Ihre Angaben.

Und wenn auch diese Überprüfungen erfolgreich abgeschlossen sind, haben Sie es geschafft und können schon bald in Ihre Ausbildung starten!