Einstellungstest Inhalte für Auszubildende – Gibt es sowas?

Es scheint nicht nur so, als ob die Bewerbung bei einem Unternehmen für einen Schulabgänger einen neuen Lebensabschnitt einläutet, sondern es ist wirklich so. Die Zeiten, in denen die Schule von morgens bis mittags ging und an den Nachmittagen viel Freizeit auf dem Programm stand, sind nun vorbei, denn der Tagesrhythmus allein schon wird sich umstellen – unabhängig davon, ob es um einen klassischen „9-to-5“-Job handelt oder um einen Beruf im Schichtdienst. Gibt es also Einstellungstest Inhalte für Auszubildende? Leider nein. Sie müssen dieselben Prüfungen bestehen wie Berufstätige auch.

Fakt ist: Mit dem Einstieg ins Berufsleben verlieren die Schüler von einst ihren Welpenschutz und stehen mit einem riesen Sprung im Leben. In dem Leben, in dem es um die Arbeit und um das Gehalt geht, aber auch darum, erwachsen zu werden, mit dem Lohn zu haushalten und entsprechende Versicherungen abzuschließen. Was das mit dem Einstellungstest zu tun hat, kann ich Ihnen verraten: Nein, es gibt beim Einstellungstest keine speziellen Inhalte für Auszubildende, denn dieser ist der ersteSchritt in die neue Welt. Und in dieser müssen sich die Auszubildenden ebenso durchkämpfen wie jeder andere Erwachsene.

Im Bewerbungsmarathon ist für die meisten Auszubildenden das erklärte Ziel die Einladung zum Einstellungstest. Durch die Vernetzung von Berufen wird in unserer Zeit eine viel größeres Wissensspektrum von Auszubildenden erwartet als vor z. B. 20 Jahren. So werden sie mit diesen Fragen und Themen konfrontiert:

Einstellungstest Inhalte für Auszubildende: Dabei haben es Auszubildende leichter im Einstellungstest

Nach dieser etwas harschen Einleitung und der „Watschen“ des Erwachsenen-Daseins, gibt es dennoch ein paar gute Nachrichten für Auszubildende, die zum Einstellungstest geladen sind, und diese wären:

1.) Auszubildende sehen dem Test-Zinober oft weitaus entspannter entgegen als die „älteren Erwachsenen“ und das hat einen einfachen Grund: Sie sind es gewohnt, Tests zu schreiben, denn in den vergangenen Jahren haben sie regelmäßig nichts anderes gemacht außer Tests zu schreiben – und zwar auch in den Fächern, die nun im Einstellungstest drankommen. Deutsch, Mathematik und gegebenenfalls Englisch stehen nämlich bei den meisten Einstellungstests auf dem Programm.

2.) Niemand muss ein Genie in den Schulfächern gewesen sein, ganz im Gegenteil. Gut angewandtes Grundwissen zählt im Einstellungstest weitaus mehr als abstrakte Inhalte. Das heißt im Klartext: Wer Angst vor dem Einstellungstest hat, weil er/sie in Mathematik eine Niete ist, dem sei gesagt: Abstrakte Gleichungssysteme oder geometrische Formeln sind nur selten zu lösen. In der Regel gehören Zins-, Prozent- und Dreisatz-Aufgaben zum Inhalt eines Einstellungstests und die stehen nun mal ohnehin in die Kategorie „Schulwissen, das später wirklich wichtig ist“. Ähnlich ist das im Deutsch-Test: Es geht nicht darum, Gedichte rezitieren zu können, sondern darum, die deutsche Sprache korrekt anwenden zu können.

3.) Wie bereits in Punkt 1.) angedeutet, haben Auszubildende nicht nur in der Prüfungssituation selbst einen Vorteil, weil sie es eben gewohnt sind, sondern auch bei der Prüfungsvorbereitung. Jahrelang haben sie nun gebüffelt. Da nehmen sie die Prüfungsvorbereitung für den Einstellungstest auch mit links. Viel mehr noch sogar: Auszubildende erliegen seltener der maßlosen Selbstüberschätzung, den Test ohnehin zu bestehen – auch ohne Vorbereitung. Das ist nämlich ein gefährlicher Trugschluss! Spannenderweise jedoch zeigt sich, dass die Jüngeren im schulischen Grundwissen besser abschneiden, in abstrakten Testvarianten hingegen punkten die Berufserfahrenen.

4.) Präsentationen ordnen Auszubildende in die Kategorie „Referat“ ein und auch ein Interview ist ihnen als „mündliche Prüfung“ bekannt. Damit haben Sie den großen Vorteil, bereits das Einmaleins des Verhaltens in Prüfungen zu kennen – anders als so mancher „alte Hase“, der seit dem Ende der Ausbildung keine Prüfungssituation mehr mitgemacht hat.

5.) Wer als Schüler/-in gut in den klassischen Lernfächern war, muss auch vor dem Test des Allgemeinwissens keine Panik haben, denn oft werden dabei die Inhalte behandelt, die im Einstellungstest für Auszubildende drankommen.

Einstellungstest Inhalte für Auszubildende: Und das ist komplett neu für die Berufstätigen von morgen

Neben diesen fünf durchaus beruhigenden Punkten gibt es dennoch einiges, worüber sich Auszubildende ihren Kopf zerbrechen – und das vielleicht sogar mit Recht, denn diese Punkte sind neu. In der Regel sind die nun folgenden Situationen noch nicht im Leben eines Auszubildenden bewältigt worden, was auch bedeutet: Wer ein Problem mit Herausforderungen hat, kann hier schnell ins Schleudern geraten, deswegen sollten Sie sich darauf vorbereiten …

1.) Während Lehrer dazu verpflichtet sind, Schüler zu unterrichten, hat kein Unternehmen die Pflicht einen Auszubildenden einzustellen. Das heißt, dass der sprichwörtliche Spieß nun umgedreht wird, denn nun möchten Sie plötzlich etwas von einem Betrieb – und zwar Anleitung in theoretischer und praktischer Form und dazu noch Geld.

2.) Wer den Gedanken aus Punkt 1.) weiterdenkt, kommt schnell zu der Erkenntnis: Jetzt muss sich der Ex-Schüler beweisen und das heißt auch vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben selbst „verkaufen“. Verkaufen ist in diesem Zusammenhang nichts Schlimmes, sondern vielmehr eine neue Erfahrung, die junge Menschen herausfordert, denn sie müssen sich zunächst ihre Stärken überlegen, diese ausformulieren und bei Bedarf als Antwortvorlage nutzen.

3.) Wer bereits in der Schule sehr ehrgeizig war, kennt das Gefühl des Konkurrenzkampfes. Beim Kampf um eine Ausbildungsstelle wird dieses Gefühl immer dann besonders deutlich, wenn es sich um Gruppenauswahlverfahren handelt wie etwa beim Assessment Center, bei dem alle Bewerber an einem Bewerbungstag mit vielen verschiedenen Aufgaben konfrontiert werden. Tipp: Bleiben Sie entspannt und vergeuden Sie Ihre Energie nicht damit, sich gegen andere zu wehren, sondern konzentrieren Sie sich darauf, sich selbst darzustellen – und zwar nicht überheblich, sondern authentisch und sympathisch.

4.) So manch einer wundert sich, wenn er im Rahmen des Einstellungsverfahrens einen Schraubenschlüssel in die Hand gedrückt bekommt oder mit Schere und Kamm an einem Modellkopf hantieren soll, der Grund: Praxiserfahrung haben nur Wenige, doch plötzlich soll es nicht mehr nur um abstrakte Themen gehen, sondern um wahrlich Greifbares, um die Berufspraxis. Tipp: Bereiten Sie sich darauf im Rahmen von Praktika vor und informieren Sie sich umfangreich über Ihren Wunsch-Job und die täglichen Arbeiten, die dabei zu verrichten sind.

5.) Lassen Sie sich nicht davon blenden, dass in der „neuen“ Welt als Auszubildender nur noch ein- bis zweimal in der Woche die Schulbank gedrückt wird und dafür sogar noch etwas Geld rausspringt, denn Tatsache ist: Durch die knappe Stundenanzahl in der Berufsschule können Sie es sich nicht leisten, eine Prüfung zu verhauen, denn bis zur Verbesserungschance ist es ein langer Weg. Das heißt aber auch: Abends nach der Arbeit müssen Sie sich über Ihre Schulbücher hermachen, um die Berufsschule gut abzuschließen. Und auch vom Lehrgehalt sollten Sie sich nicht blenden lassen, sondern vernünftig damit haushalten, um vielleicht nach Abschluss der Lehre ein finanzielles Polster zu haben für ein Auto, eine Wohnung oder eine andere Anschaffung.