Einstellungstest Präsentation: Auf was kommt’s an?

Die Präsentation ist eine mündliche Prüfungsvariante, die im Einstellungstest gerne genutzt wird, weil sie sehr variabel ist und viel über den Bewerber verrät. Der Einstellungstest Präsentation ist meist eine Aufgabe, die Sie allein bewerkstelligen müssen, eher selten geht es darum, eine Gruppenpräsentation zu halten. Im Fokus dieses Beitrags soll nun die Single-Präsentation stehen, doch auch auf den Spezial-Fall „Gruppenpräsentation“ soll kurz eingegangen werden.

Ohne Ihnen Angst machen zu wollen, möchten wir Ihnen hier einmal deutlich sagen: Jede Prüfungsform im Rahmen des Einstellungstests ist eine kleine Präsentation, denn immer müssen Sie sich vorstellen, beweisen und immer stehen Sie dabei unter Beobachtung. Dies nur vorweg, denn wer glaubt mit dem Einstellungstest Präsentation aus dem Rampenlicht des Bewerbungsmarathons verschwinden zu können, der irrt sich.

Darauf kommt es bei einer Präsentation an!

Erinnern Sie sich einmal an Ihre Schulzeit. Eine Präsentation ist hier vergleichbar mit

  • einer Art Referat, bei dem Sie jedoch nicht etwa zuhause in Ruhe die Unterlagen vorbereiten konnten, sondern nur Ihr Kopfwissen benutzen dürfen, um die Präsentation zu halten
  • und mit einer mündlichen Prüfung, bei der Sie zu Beginn der Prüfung ein Thema bekommen, das Sie in einem knappen Zeitraum aufarbeiten und der Prüfungskommission vorstellen sollen.

In beiden Fällen müssen Sie ein Thema möglichst umfassend beleuchten – und sich dabei noch gut verkaufen. Und genau das ist der Unterschied zur Schulzeit: In der Schule ging es darum, Inhalte zu vermitteln. Beim Einstellungstest Präsentation geht es beim Vortrag an sich erst einmal darum, wie Sie sich verkaufen. Erst im Anschluss daran wird das Gremium über die inhaltliche und auch fachliche Leistung Ihrer Präsentation entscheiden.

Einstellungstest PräsentationEin Personalreferent verrät, worauf er ganz besonders achtet

Personalreferent: Bevor Sie mir eine Frage stellen, möchte ich erstmal eins loswerden: Kaum ein Personalreferent hat die Intention, es einem Bewerber besonders schwer zu machen. Wir müssen auf bestimmte Richtlinien achten und die Präsentation inhaltlich und in punkto Präsentationsfähigkeit bewerten, ja, aber in die sprichwörtliche Pfanne möchten wir eigentlich niemanden hauen – und das auch nicht, wenn wir jemanden unangenehme Fragen stellen. Im Grunde möchten wir nur im Vorfeld checken, ob der Bewerber auch im Job bestehen kann.

Damit haben Sie mir eine sehr gut gelungene Einleitung vorweg genommen. Danke dafür. Doch nun zu den Details. Auch was achten Personalreferenten denn bei der Bewerberpräsentation?

Personalreferent: Unser Fokus liegt auf der Ausdrucksfähigkeit der Kandidaten. Uns ist wichtig, dass klar und deutlich sowie in angemessener Lautstärke gesprochen wird. Besonders ausdrucksstark ist eine Präsentation, wenn der Bewerber Bilder, Vergleiche und weitere Hilfsmittel nutzt oder vielleicht sogar eine persönliche Geschichte einbindet, die zeigt, wie ein abstraktes Thema in der Realität ist. Ein zweiter wichtiger Punkt ist der Ausdruck des Bewerbers. Ist dieser kreativ und authentisch, ohne dabei überheblich zu wirken, kann er sehr gut bei uns punkten. Festzumachen ist das auch am Unterhaltungsfaktor. Unser Tipp: Seien Sie aufmerksam, wach und agil.

Die Punkte, die Sie beschrieben haben, sind eher personenbezogen. Auf was wird denn inhaltlich geachtet?

Personalreferent: Zunächst einmal ist der Aufbau der Präsentation ganz wichtig. Dieser muss logisch und wohl strukturiert sein und sollte vom Speziellen zum Allgemeinen oder vom Allgemeinen zum Speziellen gehen – egal welche Richtung, aber der gewählte rote Faden muss dann durchgängig verfolgt werden. Inhaltlich besonders gut kommt immer an, wenn zu abstrakten Zusammenhänge Beispiele erläutert werden, die uns zeigen, dass der Bewerber das Thema wirklich versteht und nicht nur Auswendiggelerntes aneinanderreiht. Zudem muss der vorgegebene Zeitrahmen eingehalten werden.

Stichwort: Zeit. Wie kann ein Bewerber die Präsentation zeitlich passend timen?

Personalreferent: Dafür gibt es einen guten Trick. Bewerber sollten bei einer Vortragszeit von fünf Minuten nur für drei Minuten Inhalte parat halten. Das hilft dabei, ruhig und in gemäßigtem Tempo zu sprechen, denn selbst wenn Sie unterbrochen werden, sitzt Ihnen nicht die gefühlte, tickende Zeitbombe nicht im Nacken. Zu wenig darf es jedoch auch nicht sein. Wer zuhause übt, wie lange er zum Beispiel eine DINA 4-Seite präsentiert, lernt schnell, die Zeit abzuschätzen.

Wenn wir gerade schon bei den Tipps und Tricks sind … Wie sieht die optimale Vorbereitung aus?

Personalreferent: Der Bewerber sollte nach Mitteilung des Themas ein kleines Brainstorming veranstalten und alles notieren, was ihm zum gestellten Thema einfällt. Wichtig ist zu verhindern, dass einem nichts einfällt, denn dann bekommt man schnell Panik. Wer dazu neigt, sollte strukturiert die W-Fragen beantworten, denn so ist gewährleistet, dass das Brainstorming effizient und zeitlich überschaubar bleibt. Anschließend werden die inhaltlich für wichtig befundenen Punkte in eine Gliederung eingepasst, die ganz grob aus Einleitung, Hauptteil und Schluss besteht. Der Hauptteil kann dabei eine Argumentationskette, eine Abwägung von Pro- und Contra-Beispielen sowie ein Ranking oder ein kleines Tutorial sein. Wer die traditionelle Form bricht, verschafft sich einen Vorteil im Rennen um den Job, denn eine andere Form der Darstellung hebt von den Mitbewerbern ab.

Stichwort Gruppendiskussion: Gemeinsam stark oder alle gegeneinander?

Eine Gruppendiskussion ist kein Live-Battle, sondern vielmehr eine Prüfung, die fachliche Themen und Ihre Sozialkompetenz gleichermaßen auf den Prüfstand stellt. Bewertet werden diese einzelnen Punkte:

  • Wenn frei wählbar ist, wer für die Aufgabenverteilung zuständig ist, ist besonders interessant, wie der-/diejenige diese Aufgabe angeht, meistert und ob er/sie auch entsprechend Anklang findet in der Gruppe.
  • Anders als bei der Einzelpräsentation, bei der Sie allein sind, ist bei der Vorbereitung auf die Gruppendiskussion bereits das gemeinsame Brainstorming spannend. Hier gilt es, Profil und Persönlichkeit zu beweisen, ohne durch extreme Meinungsäußerungen aufzufallen. Die Verteidigung der Argumente ist gut und wird Ihnen als Stärke ausgelegt, wenn Sie jedoch unsachgemäß argumentieren oder offensichtlich Neid walten lassen, sind Sie ganz schnell raus aus dem Fokus der Personalreferenten – und damit auch aus der Entscheidung für den Job.
  • Wer auch immer die Aufgaben verteilen muss (manchmal wird auch ein Gruppensprecher explizit benannt), muss diese sehr gut abschätzen können, damit alle gleichberechtigt sind und sowohl bei der Ausarbeitung als auch bei der Präsentation in gleichem Maße berücksichtigt werden.
  • Wer bei der Gruppenpräsentation besonders punkten will, der sollte versuchen, Querverweise einzubringen. Selbst wenn der Referent gerade das Thema „Alternativen“ hat, ist es inhaltlich besonders wertvoll, direkt auf etwaige Vor- und Nachteile zu referenzieren, die ein anderes Gruppenmitglied bereits erwähnt hat. Das zeugt davon, dass Sie sich mit allen Inhalten auseinandergesetzt haben – und diese auch miteinander in Bezug setzen können.