Einstellungstest Logistik: Haben Sie die notwendigen Skills?

Die Forderung nach „Just-in-Time“-Lieferungen macht die Logistikbranche zur Wachstumsbranche, der Markt verlangt nach Logistikdienstleistungen von A bis Z. Entsprechend differenziert ist mittlerweile auch das Berufsspektrum in der Logistikbranche. Was im Grunde genommen alle Berufe im Bereich der Logistik eint, ist die Herausforderung, die der Job an die Organisationsstärke stellt – denn obwohl die Branche durch EDV-Technik strukturiert scheint, gibt es menschliche Unwägbarkeiten, die jedem Teilnehmer der Logistikbranche eine rasche Auffassungsgabe gepaart mit Improvisationstalent abverlangt. Wer in der Disposition beschäftigt ist, muss darüber hinaus ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben und gute Geographie-Kenntnisse besitzen, denn auch hier gilt: Selbst wenn Computerprogramme den vermeintlich besten Weg auf Straße oder Schiene aufweisen, so ist es doch wichtig, dass das menschliche Auge prüfend das vorgelegte Ergebnis in Augenschein nimmt. Entsprechend umfangreich ist auch der Einstellungstest Logistik, der alle diese Bereiche abdecken kann.

Eine breite Palette an Ausbildungsberufen

Die Möglichkeiten eine Ausbildung im Bereich Logistik zu absolvieren, sind vergleichsweise umfangreich. Der klassische Weg in die Branche führt über eine kaufmännische Ausbildung. Diese vier Ausbildungsberufe sind hier die erste Wahl:

Kaufmann/-frau für Eisenbahn- und Straßenverkehr Während ihrer dreijährigen Ausbildung lernen Kaufleute im Eisenbahn- und Straßenverkehr, Verkehrsdienstleistungen zu planen, zu verkaufen und zu organisieren. Sie überwachen Transporte im Bereich Personen- und Güterverkehr und zeichnen dabei für die kaufmännische Steuerung (Angebots- und Kalkulationswesen) und die Personalplanung verantwortlich. Auch eine effiziente Zusammenstellung der Ladung sowie die Koordination der Touren stehen auf ihrer To-do-Liste.
Kaufmann/-frau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen Auch diese Ausbildung dauert drei Jahre, während der Kauflaute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen lernen, den Versand (die Beförderung) von Sendungen zu koordinieren und Kunden über Logistikdienstleistungen zu beraten. Neben der klassischen Disposition inklusive der Ausarbeitung von Routenplänen und der Berechnung von Ladungen, informieren Kaufleute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen auch über etwaige Frachtvorschriften und kümmern sich um Kundenreklamationen und Schadensregulierungen.
Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung ist die „älteste“ Ausbildung im Speditionsbereich und dauert ebenfalls drei Jahre. Sie koordinieren alle Mitglieder, die am logistischen Prozess beteiligt sind. Das bedeutet: Sie arbeiten mit dem Absender, dem Frachtunternehmen, dem Lagerbeauftragten, den Versicherungen und den Endkunden zusammen. Neben der Beratung stehen die Kalkulation des Angebots und das Abwägen etwaiger Sondernotwendigkeiten im Fokus wie etwa die Vorbereitung von Verträgen zum Versicherungsschutz. Auch kaufmännisch betrachtet, wickeln Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung alle Einzelschritte ab, wobei es insbesondere beim Rechnungswesen gilt internationale Richtlinien einzuhalten.
Kaufmann/-frau für Verkehrsservice Kaufleute für Verkehrsservice absolvieren eine dreijährige Ausbildung der ganz anderen Art, denn sie führen Sicherheits- und Servicedienstleistungen im Personenverkehr durch. Das bedeutet, dass sie im Servicebereich tätig sind und sowohl Fahrkarten kontrollieren als auch für die Sicherheit der Fahrgäste sorgen. Auch die Kontrolle der sicherheitstechnischen Einrichtungen (Videoüberwachung, Brandschutz, Aufzüge) fällt in ihren Aufgabenbereich.

Neben diesen bekannten und damit auch klassischen Ausbildungsberufen im Bereich Logistik gibt es die Möglichkeit eine Fachkraft-Ausbildung im Bereich Hafenlogistik oder Lagerlogistik zu absolvieren, die jeweils den genannten Schwerpunkt in den Fokus rückt. Beide Ausbildungen dauern drei Jahre. Wer indes eine kurze Form der Ausbildung wählen möchte, absolviert die zweijährige Lehre zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. Fachlagerist wird man ebenfalls nach einer zweijährigen Ausbildung. Darüber hinaus gibt es mit den Ausbildungen zum/zur Luftverkehrskaufmann/-frau oder zum/zur Schifffahrtskaufmann/-frau die Möglichkeit, eine fachspezifische Ausbildung in einem Teilbereich der Logistik zu absolvieren.

Einstellungstest LogistikEin Blick in den Einstellungstest

Neben den bereits eingangs erwähnten Anforderungen an das Organisationsgeschick, was jeder Beruf im Bereich der Logistik mit sich bringt, gilt es auch, sich in der Branche auszukennen. Im Einstellungstest wird dies mithilfe von branchenspezifischen Fragen geklärt, die Sie – je nachdem ob Sie sich als Auszubildender oder als Fachkraft bewerben – beantworten müssen. Auf diese und ähnliche Fragen sollten Sie vorbereitet sein:

  • Nennen Sie drei verschiedene Transportarten und beschreiben Sie diese kurz. (Antwort: 1. Umzugslogistik. Darunter versteht man die professionelle Abwicklung eines Umzugs vom Ausräumen am alten Standort über den Transport zum neuen Standort bis hin zum wieder Einrichten der Räumlichkeiten am neuen Standort. Einige Unternehmen haben sich auf private, andere auf gewerbliche Umzüge spezialisiert. 2. Krankenhauslogistik. Diese sehr spezielle Form der Logistik erfolgt für das medizinische Fachpersonal nahezu unsichtbar, dennoch ist sie das A und O, denn sie optimiert die abteilungsübergreifende Logistik zwischen Apotheke, OP, Sterilisation, Medizintechnik und Labor. 3. Messelogistik. Unter Messelogistik wird die komplette logistische Organisation einer Messe zusammengefasst. Das heißt, sowohl der Aufbau der grundlegenden Messeteile, als auch der Aufbau für einzelne Aufsteller kann hier zur Aufgabe werden.)
  • Nennen Sie drei unterschiedliche Transportwege und erläutern Sie diese kurz. (Antwort: 1. Straßenverkehrsnetz. Der Transport via Lkw gehört auf Mittel- und Kurzstrecken zu den schnellsten Transportmöglichkeiten. Besonders vorteilhaft ist, dass sich so nahezu alle Güter transportieren und auch kombinieren lassen. 2. Schienennetz. Wer die Möglichkeit hat, Güter im Schienenverkehr zu transportieren, entlastet das Straßenverkehrsnetz und schont die Umwelt. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Transportform kalkulierbarer ist, weil Staus ausgeschlossen sind. 3. Lufttransport. Sicher und schnell ist der Transport im Luftraum – doch natürlich ist er nicht für alle Güter geeignet. Besonders oft werden lebende Tiere, Früchte, Blumen, Textilien, Maschinen und hochwertige Güter via Lufttransport transportiert.)
  • Was versteht man unter dem Fachbegriff „Supply Chain Management“? (Antwort: Die Supply Chain ist die Versorgungskette, die es im Bereich einer wirtschaftlichen und effizienten Logistikkette erfolgreich zu disponieren gilt. Im Management werden einheitliche Strukturen und Prozesse getestet, beschlossen und implementiert, die verschiedenen Netzwerke koordinieren (Beschaffung, Produktion, Distribution).)
  • Was versteht man unter dem Fachbegriff „Filiallogistik“? (Antwort: Unter diesem Begriff werden alle logistischen Leistungen zusammengefasst, die in einer Filiale abgeleistet werden und das bedeutet hierunter fallen sowohl Warenein- als auch Warenausgang und die Lagerung der Waren bis sie in den Verkaufsraum gelangen.)

Kernkompetenzen der Logistik-Branche

Neben dem berufsspezifischen Fachwissen, das mit den fachspezifischen Fragen getestet wurde, sind im Bereich der Logistik insbesondere Fähigkeiten im Bereich Organisation gefragt. Das heißt, dass Sie im Einstellungstest auch mit Fragen aus dem Bereich „Konzentrationsvermögen“ rechnen müssen. Auch räumliches Denken ist wichtig, um eine wirtschaftlich sinnvolle Beladung aber auch die Lagerung zu ermöglichen. Darüber hinaus sind die eingangs erwähnten Geographie-Kenntnisse für diejenigen sinnvoll, die in der Disposition arbeiten. Die Kombination all dieser Kernkompetenzen ist nötig, um Waren schnell und betriebswirtschaftlich sinnvoll von A nach B zu transportieren.