Einstellungstest Militärakademie: Exklusive Einblicke

Kaum jemanden ist zu verdenken, dass er beim Wort „Militärakademie“ unweigerlich an die US Army denkt, die hier viel prominenter zu sein scheint, als die deutsche Variante. Diese gibt es aber dennoch. Die deutsche Militärakademie legt den Fokus auf die Aus- und Weiterbildung der militärischen Rangträger (Offiziersanwärter, Offiziere). Auch wird an Militärakademien wissenschaftliche Forschung betrieben. Dieser Beitrag gibt zunächst eine Übersicht über die Militärakademien Deutschlands und wirft dann einen exklusiven Blick in den Einstellungstest Militärakademie.

Militärakademien (Hochschulen) in Deutschland

Die Führungsakademie der Bundeswehr sitzt in Hamburg (Clausewitz-Kaserne, Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne) und ist wohl am ehesten mit einer Militärakademie zu vergleichen, denn sie fungiert als höchste und zentrale Ausbildungsstätte aller Stabsoffiziere. Diese militäreigene Führungskräfteschmiede bildet zum Major, zum Kapitänleutnant und zum Korvettenkapitän aus – und ermöglicht so eine Laufbahn als Stabsoffizier. Ein kleiner Teil der Stabsoffiziere wird jährlich in den Generalstabslehrgang geschickt. Eine Alternative dazu ist die Vorbereitung im Rahmen eines Stabsoffizier-Fortbildungslehrgangs. Majore, Hauptleute, Korvettenkapitäne und Kapitänleutnante absolvieren einen zweijährigen Lehrgang und erstellen im Zuge dessen eine Jahresarbeit. Auch für den internationalen Führungsnachwuchs steht die Führungsakademie der Bundeswehr ein, denn seit dem Jahr 1962 dürfen auch ausländische Stabsoffiziere den Weiterbildungslehrgang in Hamburg besuchen. Zur Größenordnung: Etwa 2.000 Lehrgangsteilnehmer werden pro Jahr ausgebildet.

Das annähernde Äquivalent im Süden Deutschlands ist die Universität der Bundeswehr München. Doch die Studentenschar ist hier etwas anders strukturiert. Neben Offizieren und Anwärtern, die an der Universität der Bundeswehr München studieren, besuchen auch ausländische Austauschoffiziere Seminare und Vorlesungen. Auch zivile Studenten sind hier eingeschrieben. Das ist deswegen möglich, weil das Studium dem Bayerischen Hochschulgesetz unterliegt und der akademische Titel somit auch zivil anerkannt wird. Einen Unterschied gibt es dennoch, denn an der Universität der Bundeswehr München wird in Trimestern, anstatt in Semestern, studiert. Anders wie zivile Studenten haben Angehörige des Militärs einen großen Vorteil: Sie erhalten eine Besoldung und können sich so voll und ganz ihrem Studium widmen. Die Universität ist beliebt, da sie sehr gut ausgestattet ist. In Rankings belegt sie regelmäßig Plätze im vorderen Drittel. Inhaltlich betrachtet werden diese Fächer angeboten:

  • Universitärer Bereich: Bauingenieur- und Vermessungswesen, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Luft- und Raumfahrttechnik, Humanwissenschaften, Staats- und Sozialwissenschaften, Wirtschafts- und Organisationswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Mathematical Engineering.
  • Fachhochschulbereich: Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Technische Informatik, Maschinenbau.

An der Helmut-Schmidt-Universität, der Universität der Bundeswehr Hamburg, wird – ähnlich wie in München – der akademische Militärnachwuchs ausgebildet. Die Anzahl der ausländischen Studenten ist gering und auch zivile Studenten gibt es nur wenige in Hamburg, die allerdings ein Wirtschaftsstipendium vorweisen müssen, um überhaupt zugelassen zu werden. An der Helmut-Schmidt-Universität können diese Fächer studiert werden: Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, rechnergestützte Ingenieurwissenschaften, Pädagogik, Geschichtswissenschaft, Psychologie, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaften. Auch hier erfolgt das Studium in Trimestern, statt in Semestern.

Einstellungstest MilitärakademieMilitärschulen mit thematischem Schwerpunkt in Deutschland

Ein spezieller Einsatzbereich bei der Bundeswehr, kann auch den Besuch einer darauf spezialisierten Militärschule bedingen. Eine dieser Schulen ist die Offiziersschule des Heeres in Dresden. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, werden dort Offiziere und Streitkräfte des Heers ausgebildet. Die Auszubildenden sind Offiziere, Offiziersanwärter, Stabsoffiziere (Truppendienst), Reserveoffiziersanwärter, Reserveoffiziere und Offiziere des militärfachlichen Dienstes. Gelehrt werden unter anderem Themen wie Innere Führung, Strategie und Taktik.

Die Offiziersschule der Luftwaffe befindet sich im bayerischen Fürstenfeldbruck. Erst seit 1977 gibt es die Offiziersschule der Luftwaffe bei München, doch die Zukunft dieser ist ungewiss. Es gibt verlässliche Indizien dafür, dass der Standort in naher Zukunft aufgegeben wird und die Schule nach Roth (bei Nürnberg) umzieht.

Die Marineschule Mürwik ist natürlich am Wasser gelegen. Sie befindet sich in Flensburg-Mürwik. Das Segelschulschiff ist die Gorch Fock. Neben der allgemeinen militärischen Ausbildung findet dort auch die fachspezifische Ausbildung statt. Die Schule ist mit Blick auf ihre Liegenschaften eine kleine Besonderheit. So gibt es etwas einen Bootshafen, eine Werkstatt (auch für Waffenausbildung), das Trampedach-Lager, eine Marine-Sportschule, eine Marine-Reitschule sowie einen Stabszug.

Die Sanitätsakademie der Bundeswehr ist in der Ernst-von-Bergmann-Kaserne im Münchner Norden untergebracht. Dort findet die zentrale Ausbildung für den Einsatz im Sanitätsdienst statt. Viele Lehrgänge orientieren sich an zivilen Qualitätsstandards. Beispielsweise werden sie von der Bayerischen Landesärztekammer als Weiterbildungsoption anerkannt.

Die Bundeswehr im Wandel

Spätestens mit der Aussetzung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr eine neue Ära eingeläutet. Und diese ist auch durch Umbrüche und neue Strukturen gekennzeichnet, weshalb es durchaus Sinn macht, sich über die aktuell geltenden Möglichkeiten und Zugangsvoraussetzungen direkt bei den jeweiligen Akademien und Schulen zu informieren. Wer eine der oben genannten Schulen oder Akademien besuchen will, muss sich deswegen nicht etwa direkt dort bewerben, sondern entscheidet sich in erster Linie dafür, zur Bundeswehr zu gehen. Und das wiederum bedeutet, dass Sie ein Einstellungsverfahren absolvieren müssen, das bei jedem Bundeswehr-Interessenten ähnlich ist. Erst dann kann eine Zuteilung zu einer Fachschule (Sanitätsdienst, Marine, Luftwaffe, Heer) erfolgen. Auch das Studium ist nur nach einer absolvierten Grundausbildung möglich.

Wichtig für die Bewerbung bei der Bundeswehr ist:

  • eine Identifikation mit den demokratischen Grundwerten Deutschlands.
  • eine reife Persönlichkeit, die Interesse hat, sich weiterzuentwickeln.
  • ein guter gesundheitlicher Zustand, denn die Grundausbildung hat einen großen Anteil an Sportlektionen.

Einstieg in die Bundeswehr: als Feldwebel oder als Offizier?

Wer sich für eine Militärschule entscheidet, muss zunächst einmal den Einstellungstest Bundeswehr erfolgreich absolvieren. Und das heißt, dass diese Anforderungen an die Bewerber gestellt werden:

Feldwebel-AuswahlverfahrenOffizier-Auswahlverfahren
  • Der Einstellungstest für angehende Feldwebel ist umfangreich, denn nach wie vor gilt die Bundeswehr als attraktiver Arbeitgeber. Beim Online-Test müssen Fähigkeiten in Logischem Denken, Mathematik, Sprachverständnis sowie Technik und Konzentrationsvermögen unter Beweis gestellt werden.
  • Die ärztliche Untersuchung ist der erste Check, ob Ihr Gesundheitszustand einen uneingeschränkten Einsatz bei der Bundeswehr ermöglicht. Beim Sporttest geht es nicht mehr in erster Linie um den Gesundheitszustand, sondern um die Fitness, die im Übrigen ähnlich relevant ist wie bei Polizisten und Feuerwehrleuten. Diese Übungen stehen auf dem Programm: Pendellauf, Sit Ups, Standweitsprung, Liegestütz, Ergometertest.
  • Assessment Center, Gruppendiskussion, Planspiel und persönliches Interview sind keine Bundeswehr-Spezifika, sondern sind durchaus auch bei anderen Einstellungstests üblich.
  • Vieles erinnert hier an das Feldwebel-Auswahlverfahren, denn auch müssen im Rahmen eines schriftlichen Tests Aufgaben aus den Bereichen Deutsch, Mathematik, Technik, Konzentrationsvermögen und logisches Denken absolviert werden.
  • Auch die ärztliche Untersuchung und der Sporttest sind den Anforderungen, die an künftige Feldwebel gestellt werden, identisch. Neben gesundheitlicher Unversehrtheit, müssen Sie im Sporttest diese Aufgaben absolvieren: Pendellauf, Ergometertest, Sit Ups, Liegestütz, Standweitsprung.
  • Ein kleines aber gewichtiges Detail reiht sich noch zum Assessment Center, zur Gruppendiskussion und zur zu meisternden Gruppenarbeit und dabei ist ein zehnminütiger Vortrag gemeint.
  • Natürlich findet auch ein Einstellungsgespräch statt. Die Studieneignungsfeststellung und Studienplanung ist ebenfalls Bestandteil des Einstellungsverfahrens.