Einstellungstest mittlerer Dienst: So werden Sie Beamter

Spricht jemand davon „Beamter“ oder „Beamtin“ zu sein, sind gleich mehrere Details völlig unklar: Sowohl der Tätigkeitsbereich als auch die berufliche Stellung gehen nämlich allein daraus nicht hervor. Wer indes angibt, welchen „Dienstgrad“ er/sie hat, ermöglicht es zumindest Rückschlüsse über den Schulabschluss zu ziehen. Möglich sind Eingruppierungen in den einfachen, den mittleren, den gehobenen und den höheren Dienst. Entscheidend sind dafür die Qualifikation des Bewerbers sowie die Charakteristik der Stelle. Auswirkungen hat der Dienstgrad insbesondere auf das Gehalt, zu jedem Dienstgrad gibt es eine überschaubare Anzahl an Gehaltsstufen, die in Besoldungstabellen nachzulesen sind.

Die unterschiedlichen Dienstgrade im öffentlichen Dienst

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es im öffentlichen Dienst vier Dienstgrade. Die Unterschiede und Charakteristika soll diese folgende Tabelle zeigen:

DienstgradBeschreibungGehaltsgruppe
Einfacher DienstBusfahrer, Schaffner und Postboten waren einst die klassischen Berufsgruppen im einfachen Dienst. Voraussetzung war dabei ein Hauptschulabschluss. Heute gibt es kaum mehr Beamte im einfachen Dienst. Inhaltlich wird das mit der Technisierung der Abläufe und dem Wandel des öffentlichen Dienstes begründet.Die Besoldung erfolgt je nach Qualifikation und Stelle in den Gehaltsgruppen A1 bis A5/6.
Mittlerer DienstWer im mittleren Dienst tätig sein möchte, muss die mittlere Reife oder alternativ einen Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung nachweisen. In der Regel arbeiten die Mitarbeiter als Sachbearbeiter. Ihr Aufgabenbereich kann mit dem eines/-r Verwaltungsfachangestellten und eines/-r Sozialversicherungsfachangestellten verglichen werden. Im technischen Bereich sind hier Informationselektroniker, Feinwerkmechaniker, Elektroniker, Gärtner sowie Kaufleute für Büromanagement und Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste tätig.Die Besoldung erfolgt je nach Qualifikation und Stelle in den Gehaltsgruppen A6 bis A8/A9.
Gehobener DienstWer als Beamter/-in im gehobenen Dienst arbeiten möchte, muss über eine schulisch erworbene Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Die Ausbildung nennt sich dann „Vorbereitungsdienst“. Dieser entspricht einem dualen Studium, bei dem theoretische Inhalte studiert werden und praktische Inhalte wie im Rahmen einer dualen Ausbildung vermittelt werden.Die Besoldung erfolgt je nach Qualifikation und Stelle in den Gehaltsgruppen A9 bis A12/A13.
Höherer DienstDer höhere Dienst ist der höchste Dienstgrad im öffentlichen Dienst. Hierfür wird nicht erst ein Studium im öffentlichen Dienst absolviert, sondern es ist die Grundvoraussetzung, um sich überhaupt für die höhere Beamtenlaufbahn zu bewerben: Wer sich mit einem Masterabschluss oder einem 1. Staatsexamen bewirbt, wird ein Referendariat absolvieren und sich so für den höheren Dienst qualifizieren.Die Besoldung erfolgt je nach Qualifikation und Stelle in den Gehaltsgruppen A13 bis A16.

Wer soll der Arbeitgeber werden?

Wer sich dafür entscheidet, im öffentlichen Dienst arbeiten zu wollen, muss sich zunächst entscheiden, in welchem Umfeld er/sie tätig sein möchte. Zur Auswahl stehen dabei Behörden auf kommunaler Ebene sowie bei den Bund- oder Länderregierungen. Beim mittleren und gehobenen Dienst wird die Bewerbung direkt an die entsprechende Behörde gerichtet.

Die Stellen sind meist sehr überlaufen, weil viele Bewerber sich von der Utopie des öffentlichen Dienstes blenden lassen. Grundsätzlich jedoch heißt eine Bewerbung im öffentlichen Dienst auch, beruflich in ein recht starres System einzuheiraten, das kaum einen Wechsel zulässt. Wer sich dafür entscheidet, muss sich auf ein anstrengendes Bewerbungsverfahren vorbereiten, bei dem neben strengen Zugangsvoraussetzungen auch ein Auswahlverfahren und ein Vorstellungsgespräch zu meistern sind.

Der Einstellungstest mittlerer Dienst: Diese Themen werden geprüft.

Grundsätzlich werden im Rahmen des Einstellungstest mittlerer Dienst immer folgende Bereiche geprüft:
Einstellungstest mittlerer Dienst

  • Deutschkenntnisse und Sprachverständnis. Üblich ist ein Diktat, ein Aufsatz sowie die Übung in einem vorgegebenen Text alle Fehler herauszufinden.
  • Mathematikkenntnisse. Wie in den meisten anderen Berufen ist auch ein Mathematiktest Teil des Einstellungstest mittlerer Dienst. Die Testaufgaben bestehen in erster Linie in Prozent- und Zinsrechnungen. Aber auch Textaufgaben, die den Dreisatz voraussetzen, sind üblich.
  • Fragen zu Politik, Geschichte und Wirtschaft. Wer sich im öffentlichen Dienst bewirbt, muss mit Fragen aus diesen Themenbereichen rechnen. Das heißt, dass sowohl das politische System Deutschlands mit allen wichtigen Funktionsbereichen und den aktiven Personen bekannt sein muss als auch wichtige historische Begebenheiten und wirtschaftliche Zusammenhänge ein Begriff sein sollten.
  • Fragen zum Allgemeinwissen. Im öffentlichen Dienst wünscht man sich gebildete, interessierte Mitbürger. Deswegen ist es wichtig, sich wach und interessiert zu geben – und sowohl zu aktuellen (politischen) Anlässen auskunftsfähig zu sein als auch zu so manchem Themenbereich wie etwa Kunst, Kultur oder Technik.
  • Logisches Denken und Konzentrationsvermögen. Die Vervollständigung von Zahlenreihen, die Überprüfung einer Unmenge von Kundendaten auf ihre Richtigkeit und das alles unter einem enormen Zahlendruck – das ist ganz typisch für Tests aus dem Kapitel Konzentrationsvermögen und logisches Denken.
  • Sporttests … sind nur für bestimmte Berufsgruppen, die beruflich auf eine gute körperliche Konstitution angewiesen sind und beispielsweise als Polizist oder Feuermann arbeiten, Grundvoraussetzung für einen Zugang zum öffentlichen Dienst.
  • Psychologischer Test. Was so furchteinflößend klingt, ist im Grunde genommen nur ein Persönlichkeitstest, der darüber Auskunft geben soll, ob der Bewerber physisch und psychisch für den Traumjob im öffentlichen Dienst auch gemacht ist. Dieser Test folgt meist einem standardisierten Testverfahren und einem anschließenden Gespräch. Wichtig ist der Test nicht nur für den Arbeitgeber, sondern auch für den/die Bewerber/-in, denn wer während der Ausbildung oder im Berufsleben scheitert, steht vor einem Problem: Er/sie muss berufstechnisch betrachtet noch einmal neu beginnen. Inwiefern ein Wechsel möglich ist, wird die folgende Infobox zeigen:

Ist eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst wie in Stein gemeißelt?

Nein, natürlich nicht. Einige Erfahrungsberichte zeugen davon, dass ein Wechsel aus dem öffentlichen Dienst heraus durchaus möglich ist. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Wer bereits vor der Tätigkeit im öffentlichen Dienst eine Ausbildung abgeschlossen hat, hat nach dem Ausstieg die besten Karten, denn die Ausbildung im öffentlichen Dienst ist vergleichsweise speziell und die Inhalte daraus nur schwer „wirtschaftstauglich“. Wer indes bereits einen Abschluss in der freien Wirtschaft erworben hat, hat hingegen kein Problem.

Andersherum sieht es da schon schwieriger aus. Wer eine Ausbildung in der freien Wirtschaft absolviert hat und sich für die Ausübung eines Jobs im öffentlichen Dienst bewirbt, hat es vergleichsweise schwer, denn ihm/ihr fehlen wichtige Ausbildungsinhalte, die Bund, Länder und Kommunen als Arbeitgeber betreffen. Beamtenrecht ist dabei nur ein Beispiel. So kann es beispielsweise sein, dass ein ausgebildeter Anlagenmechaniker, der bereits die Weiterbildung zum Werkfeuermann absolviert hat, noch einmal genau dieselbe Weiterbildung absolvieren muss, wenn er zur Berufsfeuerwehr wechseln möchte. Der Grund: Beamtenrecht stand beim Werkfeuerwehrmann nicht auf dem Ausbildungsplan.