Einstellungstest Verlag: Welcher Beruf soll es denn sein?

Der Wunsch, in einem Verlag zu arbeiten, ist im Grunde so unspezifisch wie der Wunsch, mit Kindern arbeiten zu wollen, denn ist er erst geäußert, müssen eine Reihe von Fragen folgen, um herauszufinden, welche Aufgabe im Verlag denn die „Wunschaufgabe“ ist. In einem Verlag arbeiten Marketingleute, Vertriebler, Buchhalter, Producer (von Texten, Bildern und Grafiken) und auch diejenigen, die alle Einzelteile einer Publikation entsprechend zusammenfügen und fertig für die Herausgabe machen. Nachdem es den klassischsten Beruf – den des/der Verlagskaufmann/-frau – nicht mehr gibt, sollen in diesem Beitrag auch Nachfolger sowie Alternativen beleuchtet werden.

Mit diesen Ausbildungen den Sprung ins Verlagsleben meisten

Der erwähnte „Nachfolger“ des/der Verlagskaufmann/-frau ist der/die Medienkaufmann/-frau Digital und Print. Wer diese Ausbildung absolviert, kann viele der eingangs angesprochenen Aufgaben übernehmen und sowohl im Marketing, im Vertrieb als auch in der Planung, Kontrolle, Steuerung und Herstellung der Medienprodukte tätig sein. Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst diese Hauptschwerpunkte:Einstellungstest Verlag

  • Bearbeitung und Weiterleitung von Texten, Bildern und Grafiken
  • Erfassung, Auswertung, Ordnung und Pflege von Daten
  • Nationales und internationales Presse- und Medienrecht, Branchenrichtlinien
  • Auswahl des Herstellverfahren für Digital-, Print- und Nebenprodukte (unter ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien)
  • Einholung, Vergleich und Auswahl von Angeboten
  • Zahlungssysteme, Zahlungsein- und -ausgänge, Maßnahmen bei Zahlungsverzug
  • Abschluss von Verlags- und Lizenzverträgen
  • Erstellung von Kalkulationen und Deckungsbeitragsrechnungen
  • Integration von internen und externen Dienstleistern (unter Kontrolle von Leistung und Termintreue)
  • Organisation und Steuerung des Vertriebs

Alternative Ausbildungsberufe sind die dualen Ausbildungen zum/zur Buchhändler/-in und zum/zur Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien. Auch schulische Ausbildungen sind möglich wie die zum/zur kaufmännischen (Wirtschafts-)Assistentin mit Schwerpunkt Medien oder zum/zur Medienassistentin. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der praktische Anteil geringer (nicht zuletzt deswegen, weil es sich dabei um schulische Ausbildungen handelt) und auch der Verantwortungsbereich, der einem später übergeben wird, ist eingeschränkter.

Quereinsteiger sind in der Praxis üblich

Ein Blick auf den soeben erwähnten Lehrplan zeigt: Eine fachspezifische Ausbildung im Verlagswesen ist wichtig und sinnvoll für diejenigen, die sich gleich nach Abschluss der Schule um eine Ausbildung bemühen. Wer sich indes viel später für die Arbeit in einem Verlag interessiert, kann dort auch als Quereinsteiger anfangen. Grundvoraussetzung ist in jedem Fall eine kaufmännische Ausbildung. Diese ist Pflicht, denn viele Aufgaben (Angebotswesen, Zahlungen, Vertriebssteuerung, Kalkulationen sowie die Arbeit mit Dienstleistern) werden auch in einigen klassischen kaufmännischen Berufen vermittelt. Ganz neu, aber nicht minder wichtig, sind die rechtlichen Vorgaben (Presserecht, Medienrecht, Verträge, Lizenzen) sowie die Herstellvarianten. Wer also eine Ausbildung in einem der folgenden Berufe absolviert hat, kann mit einem großen Fortbildungswillen auch den Sprung ins Verlagswesen schaffen. Diese kaufmännischen Berufe kommen als berufliche Startrampe in Frage:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Kaufmann/-frau für Dialogmarketing
  • Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation

Im Einstellungstest Verlag muss die Trilogie aus Deutsch, Mathematik und Wirtschaft  passen

Wer seinen Traumjob im Verlag zu finden glaubt, muss sich auf einen harten Kampf für die Ausbildungsstelle einstellen, denn diese Ausbildungen sind sehr gefragt. Wer gute Noten in Mathematik, Deutsch und Wirtschaft hat und das eine oder andere Praktikum bereits absolviert hat, der kann zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden – und sieht sich dann im Einstellungstest Verlag mit einer Reihe an Aufgaben aus diesen Fächern sowie aus dem Bereich Allgemeinwissen konfrontiert. Einige exemplarische Übungsaufgaben aus diesen Tests finden Sie hier:

Übungsaufgaben im Fach Deutsch

Aufgabe 1: Wie gut ist Ihr Sprachgefühl? Geben Sie an, welches Wort nicht in die jeweilige Reihe passt.

  • Computer, Drucker, Scanner, Notizblock (Antwort: Notizblock)
  • Tomate, Gurke, Paprika, Salz (Antwort: Salz)
  • Urheberrecht, Nutzungsrecht, Verwertungsrecht, Bürgerliches Recht (Antwort: Bürgerliches Recht)
  • Zinsen, Prozent, Bruch, Konjugationen (Antwort: Konjugationen)
  • Online-Marketing, Suchmaschinenmarketing, Content-Marketing, Werbeflyer (Antwort: Werbeflyer)

Aufgabe 2: Stichwort Sprachanalogien. Geben Sie das gesuchte Wort an.

  • Das Auto verhält sich zum Benzin wie das Flugzeug zum … (Antwort: Kerosin)
  • Die Gerade verhält sich zum Viereck wie die Kurve zum … (Antwort: Kreis)
  • Eine Maschine verhält sich zur Konstruktion wie das Muster zum … (Antwort: Entwurf)
  • Ein Orchester verhält sich zum Dirigent wie die Mannschaft zum … (Antwort: Trainer)
  • Ein Arzt stellt eine Diagnose – ein Richter fällt ein … (Antwort: Urteil)

Aufgabe 3: Stichwort Kommasetzung. Setzen Sie das Komma an die richtige Stelle.

  • Wasch dir bitte die Hände bevor zu dich an den Tisch begibst. (Lösung: Wasch dir bitte die Hände, bevor zu dich an den Tisch begibst.)
  • Funktioniert es denn besser nachdem du dich beschwert hast? (Lösung: Funktioniert es denn besser, nachdem du dich beschwert hast?)
  • Auf der Geburtstagsfeier von Tom gab es witzige Spiele selbstgemachte Pizza und leckeren Kuchen. (Lösung: Auf der Geburtstagsfeier von Tom gab es witzige Spiele, selbstgemachte Pizza und leckeren Kuchen.)
  • Ich möchte keinen Roller sondern ein Lauflernrad. (Lösung: Ich möchte keinen Roller, sondern ein Lauflernrad.)
  • Ich wäre ja schneller gefahren aber das Auto gab einfach nicht mehr her. (Lösung: Ich wäre ja schneller gefahren, aber das Auto gab einfach nicht mehr her.)
  • Mandy ist vielbeschäftigt. Sie hat heute Fußballtraining geht Joggen und reitet auf ihrem Pferd. (Lösung: Mandy ist vielbeschäftigt. Sie hat heute Fußballtraining, geht Joggen und reitet auf ihrem Pferd.)

Übungsaufgaben im Fach Mathematik

  • Wie viel sind 19 Prozent von 25 Euro? (Antwort: 4,75 Euro)
  • 37 Euro sind wieviel Prozent von 740 Euro? (Antwort: 5 Prozent)
  • 20 Euro sind 30 Prozent von wie viel? (Antwort: 66,67 Euro)
  • Wie hoch ist die prozentuale Zunahme von 200 Euro zu 310 Euro? (Antwort: 55 Prozent)
  • Wie hoch ist die prozentuale Abnahme von 27 zu 19? (Antwort: 29,63 Prozent)

Übungsaufgaben im Fach Wirtschaft (berufsbezogene Fragen)

  • Welche Informationsquellen können Sie nutzen, um aktuelle Inhalte für Publikationen zu beschaffen? (Antwort: Pressekonferenzen, Pressemitteilungen, Archive, Meldungen, Bibliotheken, seriöse Internetseiten)
  • Was ist der Unterschied zwischen Block- und Flattersatz? (Antwort: Beim Blocksatz laufen die Sätze über die ganze Spaltenbreite. Zwischen den Worten können entsprechende Lücken entstehen. Der Flattersatz ist in aller Regel linksbündig (alternativ rechtsbündig beispielsweise bei einer Bildunterschrift). Die Abstände zwischen den Worten sind gleich, dafür laufen die Sätze nicht über die ganze Seitenbreite).
  • Erläutern Sie den Unterschied einer Spiral- und einer Fadenheftung. (Antwort: Die Fadenheftung ist von umfangreichen Büchern bekannt. Ein Heftfaden hält die Druckbögen in der Heftmitte zusammen. Daneben werden sie in den Buchdeckel geleimt. Dieses Bindeverfahren ist sehr beständig. Günstiger und je nach Werk auch praktischer kann eine Spiralbindung sein, die einer Ringbindung ähnelt und so auch gut umzuschlagen ist.)