Einstellungstest Ablauf: So läuft das Auswahlverfahren

Infos zu Einstellungstest Ablauf
Bei jedem Einstellungstest ist der Ablauf anders.

Sie haben sich beworben und eine Einladung zum Auswahltest bekommen? Prima! Die erste Hürde haben Sie damit schon einmal genommen. Denn offensichtlich ist Ihre Bewerbung gut angekommen und der Arbeitgeber hat Interesse. Der Einstellungstest soll nun zeigen, ob Sie die notwendige Eignung für den Beruf mitbringen. Und ob Sie der oder die Richtige für die freie Stelle sind. Deshalb heißt es für Sie ab sofort: Üben, üben, üben! Denn eine gute Vorbereitung auf den Eignungstest ist schon die halbe Miete. Und zur Vorbereitung auf den Einstellungstest gehört auch, dass Sie sich über den Ablauf informieren.

Jedes Unternehmen arbeitet bei der Auswahl von Bewerbern anders. Der erste Schritt besteht zwar so gut wie immer darin, die Bewerbungsunterlagen zu prüfen. Anhand von Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen wird dann schon eine erste Auswahl vorgenommen. Doch wie das Auswahlverfahren danach weitergeht, ist verschieden.

So begnügen sich einige Firmen mit einem Vorstellungsgespräch. Andere Unternehmen laden geeignete Bewerber zu einem kurzen Auswahltest oder einem mehrstündigen Assessment-Center ein. Und wieder andere Unternehmen führen ein aufwändiges Eignungsauswahlverfahren durch, das sich über mehrere Tage erstreckt.

Bei den Tests selbst gibt es dann je nach Branche und Beruf auch noch einmal Unterschiede. Das betrifft sowohl die Inhalte als auch den Ablauf vom Einstellungstest. Vor allem große Arbeitgeber setzen sogar je nach Position oder Job verschiedene Testverfahren ein.

Für Sie ist deshalb umso wichtiger, dass Sie wissen, wie bei Ihrem Einstellungstest der Ablauf und die Inhalte sind. Denn nur so können Sie sich gezielt vorbereiten.

Warum werden überhaupt Einstellungstests durchgeführt?

Personalentscheidungen sind für ein Unternehmen immer auch ein Risiko. Entscheiden sie sich für einen Bewerber, müssen sie den anderen Bewerbern schließlich absagen. Und einen neuen Mitarbeiter einzulernen oder auszubilden, kostet Zeit und Geld. Stellt sich die Auswahl dieses Bewerbers dann als Fehlentscheidung heraus, ist das ziemlich schlecht.

Damit es möglichst nicht zu solchen Fehlentscheidungen kommt, setzen viele Arbeitgeber Einstellungstests ein. Bei diesen Tests werden Bewerber in vielen Bereichen und auf mehrere Arten geprüft. So lässt sich gut ermitteln, was ein Bewerber wirklich kann.

Natürlich liefert schon die Bewerbung erste Hinweise. Aber Schulnoten und ein paar Formulierungen im Anschreiben sind eben nicht alles. Ob Sie wirklich für die Stelle geeignet sind und ob Sie ins Team passen, lässt sich aus den Unterlagen kaum ablesen. Im Unterschied dazu bietet ein Eignungstest dem Unternehmen die Möglichkeit, sie besser kennenzulernen – und auf Herz und Nieren zu prüfen.

Andersherum heißt das aber auch: Der Einstellungstest ist Ihre Chance, zu zeigen, was Sie drauf haben. Punkten Sie hier mit guten Leistungen, können Sie die eine oder andere Schwachstelle im Lebenslauf wieder wettmachen.

Worum geht es konkret bei einem Einstellungstest?

Das Ziel von einem Einstellungstest lässt sich am besten erklären, wenn Sie vom englischen Wort Assessment-Center ausgehen. „To assess“ bedeutet übersetzt soviel wie „etwas abschätzen, bewerten oder feststellen“. Und genau darum geht es.

Das Unternehmen möchte durch die Auswahlprüfung herausfinden, ob Sie der oder die Richtige für die ausgeschriebene Stelle sind. Dabei soll der Eignungstest vor allem drei Fragen beantworten, nämlich:

  • Sind Sie den Anforderungen gewachsen, die die Ausbildung und der Berufsalltag mit sich bringen? Hier geht es einerseits um Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten. Andererseits spielt eine Rolle, ob Sie bereit sind, alles zu geben und sich voll reinzuhängen.
  • Passen Sie zum Unternehmen und ins Team? Kontaktfreude, Teamgeist, aber auch Dinge wie Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein oder Verantwortungsgefühl fallen hier ins Gewicht.
  • Ist der Job das Richtige für Sie? Ein Arbeitgeber hat wenig davon, wenn er Sie einstellt und Sie kurz darauf das Unternehmen wieder verlassen. Deshalb hinterfragt der Einstellungstest auch Ihre Motivation, Ihre Erwartungen, Ihre Interessen und Ihre beruflichen Ziele.

Je besser Sie beim Eignungstest abschneiden, desto höher sind Ihre Chancen auf eine Zusage. Aber es werden nicht immer nur und automatisch die Bewerber mit den besten Ergebnissen eingestellt. Am Ende gibt den Ausschlag, wer unterm Strich die Erwartungen des Unternehmens am besten erfüllt.

Welche Arten von Einstellungstests gibt es?

Einstellungstest, Eignungsprüfung, Auswahltest, Bewerbertag, Assessment-Center: Für die Prüfungen bei der Bewerberauswahl gibt es viele Namen. Und genauso vielfältig sind die Tests, die bei den Auswahlverfahren zum Einsatz kommen. Doch grob lassen sich die Tests in folgende Hauptgruppen einteilen:

Wissenstests

Damit Sie den Stoff in der Ausbildung und die Aufgaben im Berufsalltag gut bewältigen können, brauchen Sie bestimmte Kenntnisse. Zwar erwartet niemand, dass Sie detailliertes Fachwissen mitbringen. Viele interne Dinge können Sie als Bewerber schließlich noch gar nicht wissen. Und als angehender Azubi haben Sie die Ausbildung erst noch vor sich.

Aber es müssen eben schon mal die Grundlagen vorhanden sein, auf denen Sie aufbauen können. Die Fragen im Einstellungstest zielen deshalb auf Bereiche ab wie:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Allgemeinbildung (z.B. Gesellschaft, Geschichte, Politik, Wirtschaft)
  • technisches Verständnis
  • Fachwissen zum Beruf

Manchmal schreiben Sie beim Einstellungstest auch ein Diktat oder einen Aufsatz.

Wenn Sie Ihr Schulwissen auffrischen und sich über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden halten, sollten Sie die Wissenstests gut meistern können. Zumal die Fragen meist als Auswahlfragen gestellt werden. Das heißt: Sie müssen keine eigenen Antworten formulieren. Stattdessen sehen Sie verschiedene Lösungsvorschläge und kreuzen daraus die richtige Antwort an.

Intelligenztests

Recht viel Raum nehmen beim Einstellungstest oft die Aufgaben und Übungen ein, bei denen es um logisches Denken und persönliche Fähigkeiten geht. Denn diese Tests sagen am meisten über Ihre berufliche Eignung aus.

Lernstoff können Sie schließlich auswendig lernen. Nur bringt das nicht viel, wenn Sie das Wissen nicht nutzen und anwenden können. Und letztlich geht es bei den Intelligenztests genau darum. Die Aufgaben prüfen Bereiche wie:

  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • visuelles und abstraktes Denkvermögen
  • logisches Denken
  • Merkfähigkeit
  • Konzentration

Auch die sogenannte Postkorbübung fällt in diesen Bereich.

Die verschiedenen Aufgabentypen können Sie gut üben. Und das sollten Sie auch unbedingt tun. Die Aufgaben beim Test werden zwar nicht mit Ihren Übungsaufgaben übereinstimmen. Aber wenn Sie den jeweiligen Typ kennen, wissen Sie, wie Sie vorgehen müssen. Und das wichtig. Denn beim Eignungstest werden Sie keine Zeit haben, zu überlegen, was wohl gemeint sein könnte.

Persönlichkeitstests

Bei den Persönlichkeitstests geht es, wie der Name schon besagt, um Sie als Person und Ihre Eigenschaften. Einige dieser Tests finden schriftlich statt. Dann müssen Sie zum Beispiel einordnen, ob und wie sehr bestimmte Aussagen auf Sie zutreffen. Oder sie müssen angeben, wie Sie sich in gewissen Situationen verhalten würden.

Andere Persönlichkeitstests werden mündlich durchgeführt. Rollenspiele, Gruppendiskussionen, Kurzvorträge, aber auch das Vorstellungsgespräch sind Beispiele für diesen Teil des Auswahlverfahrens. Dabei geht es dann in erster Linie darum, wie Sie auftreten und sich gegenüber anderen verhalten.

Achtung: Behalten Sie im Hinterkopf, dass die Prüfer Sie die ganze Zeit über beobachten – auch bei der Begrüßung, in den Pausen und bei der Verabschiedung. Und Ihr Benehmen fließt in die Wertung ein. Versuchen Sie deshalb, nicht nur bei den Tests, sondern die ganze Zeit über eine gute Figur zu machen.

Arbeitsproben

Zum Einstellungstest kann auch eine Arbeitsprobe gehören. Vor allem bei Berufen, die handwerkliches Geschick erfordern, ist das oft der Fall. Für diese praktische Prüfung bekommen Sie von den Prüfern eine Aufgabe oder einen kleinen Auftrag. Natürlich erklären Ihnen die Prüfer ganz genau, was zu tun ist.

Die Arbeitsprobe soll zeigen, wie sorgfältig Sie arbeiten und wie zuverlässig Sie Anweisungen umsetzen.

Sporttests

Bewerben Sie sich zum Beispiel bei der Bundeswehr, der Polizei oder der Feuerwehr, steht beim Einstellungstest ein Sporttest auf dem Programm. Dabei müssen Sie Ihre körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Wie ist der Ablauf von einem Einstellungstest?

Weil jedes Unternehmen mit seinem eigenen Auswahlverfahren arbeitet, gibt es auch keinen einheitlichen Ablauf. Werden Sie von zwei oder drei Betrieben zum Eignungstest eingeladen, ist äußerst unwahrscheinlich, dass Sie jeweils genau den gleichen Test machen.

Trotzdem werden Sie gewisse Ähnlichkeiten feststellen. Denn so wie es beim Bewerbungsgespräch typische Fragen gibt, gibt es auch bei den Auswahlverfahren gängige Aufgabentypen.

Ganz allgemein gesprochen, läuft es beim Einstellungstest so:

  • Zusammen mit Ihren Mitbewerbern versammeln Sie sich vor dem Prüfungsraum.
  • Die Prüfer bitten Sie herein und Sie suchen sich einen Platz. Manchmal können Sie sich den Platz frei auswählen, manchmal werden die Plätze zugewiesen.
  • Nach der Begrüßung erklären die Prüfer die Inhalte und den Ablauf vom Einstellungstest. Hören Sie dabei gut zu und fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
  • Ist alles klar, legen Sie nacheinander die verschiedenen Einzeltests ab. Inzwischen finden die schriftlichen Tests meist am Computer statt. Papierbögen sind seltener.

Bei einigen Unternehmen werden die Testabschnitte sofort ausgewertet. Dann erfahren Sie gleich, wie Sie bei der jeweiligen Prüfung abgeschnitten haben. Und oft scheiden Sie aus dem weiteren Verfahren aus, wenn Sie nicht bestanden haben.

Es gibt aber auch Firmen, bei denen Sie immer den kompletten Einstellungstest durchlaufen. Ob Sie bestanden haben und eingestellt werden, teilt Ihnen das Unternehmen dann entweder direkt nach dem Test oder später schriftlich mit.

Tipp: Ausführliche Infos zu den verschiedenen Test-Abschnitten und den Auswahlverfahren für unterschiedliche Berufe finden Sie in separaten Beiträgen. Natürlich haben wir auch Übungsaufgaben für Sie vorbereitet. Nützliche Tipps hält außerdem diese PDF der Arbeitsagentur für Sie bereit.

Und noch etwas

Ein Einstellungstest prüft immer auch, wie gut Sie mit Stress und Druck umgehen können. Deshalb sind die Tests in aller Regel so aufgebaut, dass die Zeit sehr knapp bemessen ist. Alle Aufgaben durchzuarbeiten und dabei auch noch fehlerfrei zu lösen, ist praktisch nicht zu schaffen.

Lassen Sie sich deshalb nicht verunsichern. Arbeiten Sie konzentriert und zügig. Wenn Sie eine Antwort nicht wissen, dann raten Sie – und machen Sie mit der nächsten Aufgabe weiter. Um zu bestehen, müssen Sie nur eine bestimmte Quote erreichen.

Aber die Prüfer wollen sehen, dass Sie bis zum Ende durchhalten und einen kühlen Kopf bewahren. Denn den brauchen Sie im Beruf auch!

5 Tipps Für Ihre Vorbereitung

Zum Schluss wollen wir Ihnen noch fünf kurze Tipps für Ihre Vorbereitung an die Hand geben:

  • Zusammen mit der Einladung bekommen Sie oft auch Infos zum Ablauf von Einstellungstest. So wissen Sie, was Sie erwartet, und können sich entsprechend vorbereiten.
  • Informieren Sie sich im Internet gut über den Arbeitgeber. Auf der Unternehmenshomepage ist oft auch das Auswahlverfahren näher beschrieben.
  • Planen Sie Ihre Anreise, überlegen Sie sich Ihr Outfit und kümmern Sie sich bei Bedarf rechtzeitig um eine Unterkunft. Packen Sie außerdem ein, was Sie mitnehmen möchten. So vermeiden Sie unnötigen Stress kurz vor der Prüfung.
  • Trainieren Sie die typischen Aufgaben. Je besser Sie vorbereitet sind, desto ruhiger und sicherer werden Sie beim Einstellungstest sein.
  • Warum wollen Sie den Job? Und warum sollte das Unternehmen Sie einstellen? Diese beiden Fragen sollten Sie plausibel beantworten können.

Und jetzt: Viel Spaß beim Üben und viel Erfolg beim Test!